Ausflug der Generationen – Die Lange Nacht der Museen in Berlin

Am letzten Wochenende im August geschieht Aufregendes in Berlin! Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: ich habe Geburtstag! Zugegeben, ganz Berlin wird das wahrscheinlich nicht allzu sehr interessieren. Aber, dass am 29.08. wieder die Lange Nacht der Museen stattfindet, das geht wirklich alle an!

Zur Feier meines Geburtstags kommt meine Familie nach Berlin und wir planen, alle zusammen dieses tolle Event zu besuchen. Nun versuche ich bereits seit Tagen, drei Generationen unter einen Hut zu bringen. Wir haben folgende Altersgruppen dabei: 20+, 30+, 50+ und 70+. Und natürlich haben alle andere Interessen. Zum Glück gibt es zur Langen Nacht eine großartige Webseite, die richtig viel Spaß macht! Man kann seine Route wunderbar planen, entweder schaut man sich das Programm an, das die teilnehmenden Museen an diesem Abend anbieten. Oder man stöbert durch die alphabetische Liste der Museen. Natürlich kann man sich auch an den Routen der Shuttlebusse orientieren, es gibt neun verschiedene. Und es wurden auch schon vier sehr hübsche Themen-Touren zusammen gestellt, für „den Genießer“, für „den Experten“, für „City-Hopper“ und „Speed-Dating“ für die ganz Aktiven. Die Seite ist sehr ansprechend gestaltet, informativ und Appetit machend! Man möchte am liebsten alles sehen und überall hingehen. Aber die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: man schafft nie so viel, wie man sich vorgenommen hat. Und außerdem ist ja auch meine Oma dabei. An sie habe ich zuallererst gedacht, da sie nicht allzu gut zu Fuß ist. Daher habe ich für sie die Fahrt mit der „Heinrich Zille“ ins Auge gefasst. Dieses älteste Fahrgastschiff Berlins fährt ab der Museumsinsel eine gute Stunde lang langsam und bequem an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Für meinen jüngeren Bruder, den die Idee der Museumsnacht nicht so wahnsinnig euphorisch stimmt, habe ich das Currywurst Museum ausgesucht. Liebe geht schließlich durch den Magen, auch die für die Kultur. Außerdem das Museum für Kommunikation und das DDR Museum, weil man in beiden Häusern so schön mitmachen darf!

Meine Eltern sind leicht zu erfreuen, für sie habe ich das Bode Museum, das Jüdische Museum und das Stasi-Museum mit auf unseren Plan geschrieben. Da meine Oma als junges Mädchen kurz vor dem Bau der Mauer nach Westdeutschland ging und den Rest ihrer Familie zurückließ, interessiert sie dieses Museum natürlich ebenfalls sehr. Für sie ist das immerhin lange Zeit ein Teil ihres Lebens gewesen, wenn sie in späteren Jahren ihre Familie in der DDR besuchen wollte, musste sie endlose Schikanen über sich ergehen lassen. Ihre Akte hat sie allerdings nie sehen wollen. Ob wir wohl alle eine hatten? Im DDR- und im Stasi-Museum könnte sie auf jeden Fall eine ganz private Führung für uns machen.

Damit habe ich unsere Lange Nacht der Museen wahrscheinlich schon wieder viel zu voll gepackt. Aber ich habe ja noch ein wenig Zeit, um den ganzen Plan noch dreimal umzuwerfen! Hat jemand Ideen oder Vorschläge?

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Gutes Wedding, schlechtes Wedding – Folge 100: Wedding Story

Im Wedding wird jetzt gesungen!

Foto: Janina Heppner Grafik: Yvonne SchulzeFoto: Janina Heppner
Grafik: Yvonne Schulze

Auf diesen Termin habe ich mich schon seit Monaten gefreut! Ich bin ein großer Fan der Weddinger Soap „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“, die dort im Prime Time Theater gezeigt wird. Wer braucht schon einen Fernseher, wenn man auch live und in Farbe die ganze Gefühlspalette mit einem guten Spritzer Berliner Lokalkolorit sehen kann?

Als 2003 zum ersten Mal eine Folge von „GWSW“ gespielt wurde, da hat die Crew des Prime Time Theaters wohl selbst auch nicht mit ihrem unglaublichen Erfolg gerechnet. Am Anfang wurde noch in einem kleinen Theaterraum mit knapp dreißig Plätzen gespielt. Aber schnell wurde die wild-wüst-witzige Show um urige Berliner Klischees berühmter als erwartet und mittlerweile gibt es längst einen modernen Theatersaal mit mehr als zweihundert Sitzplätzen, sowie eine treue Fangemeinde.

Und nun ist es so weit! Die hundertste Folge der Weddinger Soap aus der Feder von Constanze Behrends. Und zur Feier dieses Jubiläums gibt es ein ganz besonderes Schmankerl für die Schauspieler und die Fans: ein Musical!
Die bekannten und beliebten Figuren der Serie, wie Ratte die Punkerin, Curly der Kiffer oder Orkan und Taifun, die Macho-Wannabes, sie alle brechen, ob sie nun wollen oder nicht, voller Inbrunst in Gesang aus. Der arme Ahmed, dessen Dönerladen abgebrannt ist! Er ist verzweifelt und steht vor den Ruinen seiner Existenz, während plötzlich alle um ihn herum singen. Irritiert gibt er selbst eine Ode zu Melodien von Johnny Cash zum Besten.

Wie immer eine grandios witzige Folge der Weddinger Serie. Und gespickt mit vielen Erinnerungen an zwölf Jahre Seriengeschichte. Dazu die tollen Songs zu bekannten Melodien – perfekt! Eine tolle Jubiläumsfeier! Super auch für alle angehenden Fans, denn der Einstieg ist so besonders leicht. Standing Ovations am Ende – nicht nur für diese tolle Folge, sondern für zwölf Jahre gute Unterhaltung.

Ades Zabel und Biggy van Blond: Ediths Discoballs

Foto: Jörn Hartmann
Foto: Jörn Hartmann

Am Samstag um 23.30 habe ich eine neue Show (für mich zumindest neu) im BKA Theater entdeckt und bin sofort und auf der Stelle zum Fan mutiert!

Edith und Brigitte kennt man ja (oder sollte man zumindest): sie sind zwei der Figuren aus Ades Zabels bunter Neuköllnwelt, die vollgestopft ist mit schrillen und bunten Figuren, die überspitzt die abwechslungsreiche Bevölkerung von Neukölln darstellt. Edith ist eine Hartz 8-lerin mit Vorliebe für Futschi und schrille Klamotten. Brigitte ist ihre beste Freundin und betreibt eine Leggings-Boutique. Gemeinsam stellen sie mit ihren Freundinnen und Bekannten Neukölln mit all seinen Klischees auf den Kopf.

Nun haben sie außerdem eine Late Night Show im BKA-Theater. Dort fungiert Brigitte als DJane und kündigt ihre Freundin und deren Auftritte an, nebenher ist sie außerdem Einsatzgeberin für deren schrille Geschichten und wilde Einfälle. Es gibt Schlager, Tanzeinlagen, tiefe Einblicke, ein Marionettenspiel und Geschichten aus der Provinz, denn dort waren die Mädels gerade zu einem Urlaub des Grauens. Insektenplage und Bahn-Desaster inklusive!

Schrill-vergnügte Travestieunterhaltung im proppenvollen BKA-Theater! Zum kaputtlachen! Jeder, der Ades Zabel und seine „Girls“ kennt und liebt, wird auch diese Show mögen! Und wer diese wilde Crew noch nicht kennt, der sollte sich hier Appetit holen!