Yllana – spanisches Comedytheater in den Wühlmäusen

Hätte eine Freundin sie mir nicht empfohlen, dann wäre ich wohl nicht in den Genuß dieser tollen Aufführung gekommen, ich hatte nämlich noch nie etwas von dieser Truppe gehört. Dabei schaut Yllana schon auf eine mehr als zwanzigjährige Geschichte zurück, das Stück „imuuh!2“  wurde bereits im Jahre 1991 in seiner ersten Version uraufgeführt.

Es geht um den Stierkampf, um die Männer, die so etwas tun, warum sie so etwas tun und um die Tiere, die im Ring sterben.

Machismo ist das Thema, Stolz und Ehrgeiz, aber auch Angst. Und das alles höchst witzig auf die Bühne gebracht und vor allem ohne ein einziges Wort! Es wird höchstens mal gebrabbelt, um ein Gefühl besser zu transportieren. Der große böse Stier, der die Männer bedroht, ist irgendwo im Zuschauerraum und wird nur manchmal durch sein Gebrüll über die Lautsprecher angedeutet. Die armen Männer, die sich gegenseitig mal helfen und mal in seine Bahn schubsen, sie machen sich beinahe in ihre farbenfrohen Kostüme, halten sich aber trotzdem unerschütterlich für die Größten.

Großartig amüsanter Abend der speziellen Art! Diese nonverbale Comedyform ist manchmal überspitzt und manchmal tief unter der Gürtellinie und sicher nicht für jeden etwas! Ich mochte diese unübliche Form und die sympathischen Toreros mit dem großen Herzen für ihre Stiere.

Advertisements

Wet Temptation – Admiralspalast Berlin

 

Schöne Männerkörper in strömenden Regen – kein Wunder, dass bei diesem Versprechen die Schlange vor dem Admiralspalast vorrangig weiblich und jung war. Aus dem schönen St. Petersburg ist eine ganze Truppe gutaussehender junger Performer angereist, um ihr großes Können zu zeigen. Es beginnt mit wummernden Bässen und düsterer Clubmusik. Die jungen Tänzer, in weißen Hemden und dunklen Anzügen, liefern sich ein Dancebattle. Eine Mischung aus Clubtanz, Artistik, Breakdance und klassischen Elementen, spannend anzusehen und sehr mitreißend. Das partyfreudige Berliner Publikum kreischt und jubelt entzückt.

Danach variieren die einzelnen Tanzsets wunderbar facettenreich zwischen ruhigen, sanften Klängen und wilden, pulsierenden Rhythmen. Jeder einzelne der Künstler darf auch seine jeweilige besondere Begabung zum Besten bringen, wie Handstandartistik oder klassisches Ballett. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, es gibt eine sehr lustige Einlage mit Folkloremusik und Zipfelmützen. Die Jungs können auch über sich selbst lachen, das beweisen sie in einer Szene a lá Chippendales, in der sie, nur mit Häschenohren und Puschelschwänzen bekleidet, über die Bühne hoppeln. Und nach der Pause kommt dann endlich das, worauf das Publikum schon so lange und sehnsüchtig gewartet hat: der Regen!

Das Wasser wird sehr schön für die nächsten Tanzszenen genutzt, nicht nur auf der Haut der charmanten Darsteller, sondern auch um sehr schöne Bilder zu zeichnen, die erst durch die funkelnd durch das Licht spritzenden Tropfen oder durch das Wasser auf der Bühne überhaupt möglich werden. Eindeutig ein Augenschmaus, der so manches Herz höher schlagen und den Puls rasen lässt!

Insgesamt ein toller Abend, absolut empfehlenswert für eine feucht-fröhliche Sause mit den besten Freundinnen oder Freunden. Hier wird sich nicht einfach nur schnöde ausgezogen, dies ist keine Stripshow, sondern großes tänzerisches Können, gute Musik und schöne Körper plus Wasser!

Wet Temptation tourt, man kann sie aber auch regelmäßig im Admiralspalast Berlin erleben! Hier findet ihr mehr Infos und Tourdaten. Und hier gibt es den Spielplan und Karten für den Admiralspalast.