Der Kaufmann von Venedig – Shakespeare Company Berlin

Bassanio (Daniel Schröder) steckt in Schwierigkeiten. Er ist verliebt. Unsterblich verliebt in die schöne Nerissa (Kim Pfeiffer). Leider gibt es da ein Problem. Der Vater der schönen Nerissa will sie nicht irgendeinen Kerl heiraten lassen, er hat sich eine besondere Hürde für die Möchtegern-Freier ausgedacht. Jedem Bewerber werden drei Kästchen mit einem kleinen Text präsentiert. Nur in einem der drei Kästchen befindet sich ein Bild der holden Maid und nur der, der das richtige Kästchen wählt, der wird sie zur Frau bekommen.

Bevor Bassanio aber überhaupt wählen darf, muss er sich die Reise zu seiner Angebeteten erst einmal leisten können. In seinem Schmerz steht ihm sein guter Freund Antonio (Oliver Rickenbacher) bei. Der gutsituierte Kaufmann erwartet drei gut befüllte Schiffe und hat das Geld daher nur in der Ferne, nicht jedoch in der Hand. Für seinen Freund ist er allerdings bereit alles zu tun, daher begibt er sich zu dem ihm verhassten Geldverleiher Shylock (Stefan Plepp). Den hat er schon mehrmals öffentlich beschimpft und gedemütigt, da er dessen Geschäftspraktiken des Geldverleihs mit Zinsen verachtet. Shylock fordert statt der üblichen Zinsen jedoch einen grausamen Preis von seinem Feind: er fordert ein Pfund Fleisch aus dessen Körper, nahe dem Herzen.

Die Shakespeare Company geht diese sehr düstere und ernste Komödie in ihren ganz besonderen und lockerleicht-musikalischen Art und Weise an. In grandios fantasievoll geschneiderten Kostümen wechseln die sechs Schauspieler rasant zwischen ihren ganz unterschiedlichen Rollen hin und her. Daniel Schröder zum Beispiel öffnet alle drei Kästchen, er verkörpert nämlich alle drei der ganz unterschiedlichen Freier, die um die Hand der schönen Narissa buhlen. Während man für das Liebespaar die Daumen drückt und die muntere Dienerin Portia (Vera Kreyer) anfeuert, bricht einem am Ende beinahe das Herz für den bitteren, gebrochenen Shylock.

Wunderbar eingerahmt in das unvergleichliche Ambiente des Naturpark Südgelände, eine durch und durch empfehlenswerte Vorstellung mit spielfreudigen, enthusiastischen, einzigartigen Darstellern.

Den Kaufmann von Venedig kann man in dieser Spielzeit noch mehrmals erleben, außerdem noch Der Sturm, Was Ihr Wollt, Macbeth, Die Zähmung der Widerspenstigen und das Wintermärchen! Karten gibt es hier.

Für die Winterzeit gibt es außerdem Pläne für eine ganz besondere Aufführung: Winterlieder, ein Liederabend mit Liebesliedern in einem beheizten Zelt in der Lokhalle im Naturpark Schöneberger Südgelände. Klingt sehr spannend, wer mag, kann sich hier über das Crowdfunding informieren.

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Autor: Nicole Haarhoff

37, eigentlich Buchhändlerin, aber meist unterwegs ins Theater, ins Varieté, zu Shows oder Ausstellungen.

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