Elvis – Das Musical, Grahame Patrick im Estrel Hotel

Meine Oma ist schuld! Während andere Jugendliche Poster von Boygroups an ihre Zimmerwände pinnten und heulten, wenn diese sich trennten, hatte ich gerahmte Bilder an meinen Wänden hängen: Bilder von Elvis. Ich hatte zuerst all seine Platten, später alle CDs. Und obwohl das mittlerweile viele Jahre her ist, bin ich immer noch ein großer Fan. Seine Lieder sind einfach unsterblich schön. Während sich sonst mein Geschmack wandelte und viele meiner Interessen im Laufe der Zeit auf der Strecke blieben – Elvis‘ Hits liebe ich noch immer genauso sehr wie damals.

Und weil ich ein so großer Fan bin, kann ich, glaube ich, mit Fug und Recht behaupten, zu wissen, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass Grahame Patrick eindeutig der beste Elvis ist, den es neben dem King of Rock’n Roll selbst gibt. Seine Stimme ist grandios! Absolut grandios! Er ist ein himmelweiter Unterschied zu all den Elvis Doubles, die sich in einen glitzernden Las Vegas Anzug werfen und eine Haartolle stehen lassen. Er ist eine ganz eigene Liga.

Wenn man seine Augen schließt, dann ist man nicht mehr im Estrel in Neukölln, dann ist man in den USA der 60er Jahre, mitten in einer kreischenden Horde von Petticoats und lauscht dem King. All seine ganz großen Hits singt Grahame Patrick, auch meinen absoluten Lieblingssong „Return to Sender“. Der ganze Saal wiegt und schunkelt sich, einzelne Personen tanzen gar in den Gängen! Die Stimmung ist bestens.

Neben der Stimme Patricks, für die allein sich der Besuch bei „Elvis – Das Musical“ schon mehr als lohnt, finde ich auch die Umsetzung des Konzerts sehr gelungen. Auf drei großen Leinwänden werden bekannte und seltene Aufnahmen aus dem Leben des großen Entertainers gezeigt. Von einem blutjungen Elvis bis hin zu seiner Heirat mit Priscilla und seinen Las Vegas Jahren. Dazu gibt es kurze Szenen, die das Leben Elvis‘ skizzieren. Daniel Neumann spielt dafür Colonel Parker, den mächtigen und etwas schmierigen Manager des Kings und führt auf diese Weise durch dessen turbulente Karriere bis zu seinem viel zu frühen Tod im Jahr 1977. Am Telefon verhandelt er Deals oder schmettert Ideen für seinen Schützling ab und bestimmt so dessen Lebensweg zu einem großen Teil mit.

Neben Grahame Patrick stehen die vier Herren des aktuellen Stamps Quartetts auf der Bühne, die Gospel Formation, die auch Elvis auf seinen Konzerten begleitete. Aus der originalen Besetzung ist Ed Enoch, der Elvis auf mehr als tausend Konzerten zur Seite stand, live im Estrel dabei! Ein ganz besonderes Bonbon für alle Fans.estrel_sic_elvispresley_03

Vierzehn Mal war Elvis für einen Grammy nominiert, drei hat er gewonnen – alle für seine Gospelmusik. Daher singen sowohl das Stamps Quartett allein als auch Grahame Patrick mit dem Quartett zusammen einige zu Herzen gehende Gospelsongs.

Insgesamt ein perfekter Musikabend. Standing Ovations für einen großartigen Grahame Patrick, eine nicht minder perfekte Band und sehr gute Background Vocals! Sehr zu empfehlen, unbedingt schnell ins Estrel, nur noch bis zum 4. September! Mehr Informationen und Karten gibt es hier.

 

 

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Sebastian Böhm – Waschen, Schneiden, Talken – BKA Theater

Das BKA-Theater am Mehringdamm hat eine neue Talkshow! Am Freitagabend war die rauschende Premiere von „Waschen, Schneiden, Talken“ mit Sebastian Böhm. Der besitzt in Magdeburg einen erfolgreichen Friseursalon namens Hairricane und ist der offizielle Starfriseur der Stadt. Er hat schon Andrea Berg, Kelly Osbourne, Allegra Curtis, Mirja du’Mont und Verena Kerth, sowie diversen anderen Stars und Sternchen ihren Look verpasst. Außerdem ist er der Mann hinter der ausgefallenen Bill Kaulitz Signature Haarmähne.

Zugegebenermaßen ist das mal wieder alles komplett an mir vorbeigegangen. Auf meinem Schirm erschien er erst, als er Anfang des Jahres die Drag Agency eröffnete. Eine Management Agentur ausschließlich für Drag Queens und Kings. Einige meiner liebsten Performer stehen auf seiner Liste, allen voran natürlich die Schönste von allen: Jurassica Parka. Die Fiese mit den langen Beinen! Ihre Late Night Show im BKA und ihre Kolumne in der Siegessäule mag ich sehr gern, immer böse, immer bissig, so soll es sein. Außerdem Margot Schlönzke: mit ihr stand ich sogar schon mal auf der Bühne! Allerdings nur, um meinen Preis beim Bingomania abzuholen, dem schwulen Bingoabend im Wilde Oscar. Zuletzt machte sie vor allem von sich reden, als sie gemeinsam mit Ryan Stecken das Brandenburger Tor für die Toten von Orlando zum leuchten brachte.

Ryn Stecken war mit „Augen auf“ von Sarah Connor übrigens eines meiner absoluten Highlights eines sowieso großartigen Abends! Eine wundervolle Coverversion, eine tolle Stimme! Ein richtiger Gänsehautmoment, wunderschön. Standing Ovations!

Und das war nur eines der Highlights an einem insgesamt perfekten Abend. Es war ein richtiges Feuerwerk von Make Up, Glitter, High Heels, sanfter Bosheit und viel, viel Gelächter. Sebastian Böhm kam als sehr sympathisch, sehr eloquent und trotz schrillen Looks als überraschend bodenständig rüber. Er war charmant, amüsant, hat sich aber trotzdem nicht gescheut, seinen Promigästen auch einige spitze Fragen zu stellen. Und auch diese Talkgäste haben mich sehr überrascht. Micaela Schäfer ist scheinbar nicht einfach bloß Nackt-Ische, sie war witzig, süß und für jeden Spaß zu haben. Dass sie ihre Nippeltattoos gezeigt hat, das gehörte eben einfach dazu. Und die wollte ja wohl auch das ganze Publikum unbedingt sehen, wenn man den Rufen und dem Applaus glauben darf.

Auch Model Dany Michalski und Tänzer/Choreograf Marvin A. Smith waren sehr sympathisch und interessant. Smith hat Sebastian und Margot zum Tanzen gebracht und wurde dann seinerseits von Stella deStroy zum Tanzen gebracht. Deren artistische und witzige Showeinlage war ein weiterer Programmhöhepunkt für mich. Dann noch Jade Pearl Bakers unglaublicher Auftritt mit „The Impossible Dream“ von Frank Sinatra. Ich weiß gar nicht, was schöner war, ihre perfekte Silhouette in ihrer grünen Robe oder ihre Stimme.

Insgesamt war das Programm abwechslungsreich und frisch. Viele der Dragqueens (Jurassica Parka, Margot Schlönzke, Ryan Stecken, Pan am Drag, Brigitte Reinhardt, Jacky Oh Weinhaus) der Agency waren da und haben eine Kostprobe ihres Könnens gegeben, dazu Musik und tolle Kostüme und viel Alkohol. Es fehlte an nichts. Eine rundherum bestens ausgewogene Show, die richtig Spaß gemacht hat. Ich freue mich schon auf den nächsten „Waschen, Schneiden, Talken“ Abend!

Den Spielplan des BKA-Theaters gibt es hier, bald geht es los mit dem Berlin Musical „Wildes Berlin“! Und, wer es noch nicht gesehen hat, schnell noch „Die wilden Weiber von Neukölln“ mit Ades Zabel schauen!!!

 

 

Edith Schröder ganz pur – BKA Theater

Ich bin ja schon lange ein großer Ades Zabel Fan. Daher war es für mich am Sonntagabend wie nach Hause kommen. Im BKA Theater am Mehringdamm standen Ediths alter Ohrensessel und der passende Couchtisch. Genau wie man sich Edith Schröders Bude in der Nogatstraße so vorstellt. Und auf dem Tischchen – wie sollte es auch anders sein – der obligatorische Chantré und die Literflasche River Cola. Alles bereit für einen Futschi!

2-format43Dieser Abend, „Edith Schröder ganz pur“ ist gut für Neueinsteiger und Anfänger geeignet. Wer Ades Zabels Alter Ego „Edith Schröder“ und ihre bunte Neukölln Clique noch nicht kennt, der bekommt hier einen schönen Einblick in ihre Welt geboten. Edith, ausnahmsweise mal allein auf der Bühne, erzählt nämlich natürlich trotzdem viel von ihren liebsten Freundinnen. Von ihrer Busenfreundin Jutta Hartmann und ihrer Futschi-Kneipe. Die wird von den Hipstern nicht wirklich angenommen und muss nun wohl oder übel mit der Zeit gehen. Und genauso ergeht es auch Brigitte Wuttke mit ihrer Leggings Boutique im Kindl Boulevard.

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Edith, seit Urzeiten arbeitslos, hat ihre ganz eigenen Probleme. Frau Mann, ihre Sachbearbeiterin, muss für ihre Gefälligkeiten geschmiert werden. Und so singt, tanzt und trinkt sich Edith durch den Abend, erzählt Anekdötchen und Deftiges. Ein Genuss für Fans und die, die es noch werden wollen! Das Beste ist natürlich Ades Zabels heisere Lache und seine Gabe, sich über sich selbst lustig zu machen. Grandios witzig und unbeirrbar trashig. Ein echtes Berliner Original.

Zur Zeit kann man Ades Zabel im BKA Theater gleich mehrmals sehen, bei den Wilden Weibern von Neukölln (ab 31.08. wieder) und in der Late Night Version. Am 10.09. um 23:30 Uhr: Ediths Discoballs. Edith und Brigitte quatschen über Neukölln und die Welt. Weitere Informationen und Tickets gibt es hier.

 

Gutes Wedding, Schlechtes Wedding – Folge 105 – Ein Sommernachtstrip

Viele neue Gesichter im Lieblingstheater Prime Time!

Mehrere Schauspieler der Stammcrew sind in den wohlverdienten Urlaub gefahren und daher begrüßt uns auch ausnahmsweise einmal nicht Theaterpapa Oliver Tautorat alias Kalle der Briefträger an der Tür. Süßigkeiten gibt es natürlich trotzdem, Kollege Eddie der Briefträger übernimmt die obligatorische Verlosung zu Beginn der Vorstellung und heizt dem Publikum schon mal vorsorglich ein.

Theatermitbegründerin Constanze Behrends, die lange Zeit Teil des Ensembles war, Regie führte und viele der Stücke schrieb, ist ja nun leider nicht mehr dabei. Bald gibt es im Heimathafen Neukölln ihr neues Stück „Beziehungskisten“ zu bewundern, ich bin schon sehr gespannt! Jedenfalls stammt die aktuelle Folge 105, „Der Sommernachtstrip“ aus der Feder von Daniel Zimmermann. imageDer spielt einige meiner absoluten Lieblingsfiguren, darunter vor allem das Hardcore-Weichei Üwele und den geplagten Dönerladenbesitzer Ahmed. In dieser Folge klettert der Bruderstreit zwischen Ahmed und Erkan, zwischen alteingesessenem Döner und neuem Fisch-Döner, auf ganz neue Höhen. Gegenseitige Sabotageversuche gipfeln in einer gefakten Reise in ein gefährliches, von Familienduell besessenes Mini-Ostblockland names Valudjistan.

Aber nicht nur Erkan landet dort, sondern auch Lore und Volker, das frisch versöhnte Prenzlwichser-Paar. Die wollen gemeinsam mit Üwele dem Alltag entfliehen, sollen dann aber mit einiger rabiater Überredungskunst dazu gebracht werden, doch beim Familienduell mitzumachen.

Wieder eine sehr wilde und fantasievolle Episode um eine jahrzehntealte Familienfehde und um eine neu entflammte Liebe. Viele neue sympathische und schrille Charaktere treten auf und bereichern die Endlos-Geschichte. So zum Beispiel Katharina Bertus, die allerdings gar nicht wirklich ein neues Gesicht ist, sondern nur „wieder dabei“, sie war von 2011 bis 13 schonmal Teil des Ensembles. Noémi Dabrowski hab ich bisher nur bei CSI Wedding erlebt, jetzt spielt sie unter anderem auch Erkans Tochter.

Gutes Wedding, Schlechtes Wedding bleibt einfach ein unvergleichbar gutes Must-See in Berlin. Solch lustige und überspitze Figuren, die doch immer einen Kern Wahrheit in sich tragen, findet man sonst nirgends! Unbedingt hingehen! Bald startet die neue Folge, Folge 106. Und „Drei Engel für Wedding“ kann man auch noch schauen. Weitere Infos und Karten gibt es hier.

Mozarts Operngala – Große Orangerie – Schloss Charlottenburg – Residenz Konzerte

Eigentlich bin ich gar kein großer Klassikfan. Als mein Vater zu seinem 50. Geburtstag die ganze Familie nach Verona rief, um in der Arena di Verona seine liebsten Verdi Opern zu erleben, da dachte ich eher an Romeo & Julia und an ein schönes Wochenende im warmen Italien als an Musik. Das kommt ganz von allein, wenn du älter wirst, meinte mein Vater. Und anscheinend bin ich nun in diesem gewissen Alter. Ich gehe zwar immernoch nicht in die Philharmonie um das Klavierkonzert Soundso zu hören, aber bestimmte Opern oder Klassikveranstaltungen, gerade wenn sie in besonderer Umgebung stattfinden, ziehen mich doch an.

2-Rotunde-große-Orangerie-Berlin-1Und die Große Orangerie des Schloss Charlottenburg ist eindeutig eine besondere Location. Pittoresk von einem gepflegten Garten eingerahmt, wird man im Foyer von elegant gekleideten Damen in höfischem Barock empfangen. Der Zeremonienmeister lächelt huldvoll, der Sekt prickelt in den Gläsern. Es duftet wunderbar. Das liegt daran, das in einem Flügel das Dinner stattfindet, das man zum Konzert dazubuchen kann und das vom Marriott gecatert wird. Ich habe das an diesem Abend leider nicht in Anspruch genommen und habe es sehr bereut, denn das Menü klang wunderbar und ich konnte einen Blick in den wundervoll dekorierten und ausgeleuchteten Saal erhaschen. Sicher ein grandioses Erlebnis, das den Abend perfekt abrundet.

Dann beginnt das Konzert. Unter der Leitung des Konzertmeisters Vladi Corda betretenadventskonzert_auenkirche_tickets_2015 die in elegantem Schwarz gekleideten Musiker die Bühne und spielen die schönsten Stücke von Mozart. Von der Hochzeit des Figaro über Cosi fan Tutte zu Don Giovanni bis zur Zauberflöte. Die bekannten und unsterblichen Werke erklingen im Ostflügel der Orangerie, wundervoll von Kerzenlicht und sanftem rosa Licht erleuchtet. Durch die großen Flügeltüren sieht man in den Schlossgarten hinaus, während der Zeremonienmeister mit galanten Gesten durch den Abend geleitet. Die Gesangparts übernehmen Alena Karmanova und Denis Milo. Beide nehmen mit ihren fantastischen Stimmen, passenden Gewandungen und ihrer Chemie das Publikum für sich ein. Überhaupt scheint die gute Stimmung unter den Musikern und zwischen Orchester und Sängern zu funkeln und zu schimmern. Ein perfekter Abend in entzückendem Ambiente.

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Neben Mozarts Operngala kann man in der Orangerie zur Zeit auch argentinische Klänge genießen, mehr Informationen zu Tango Pasión gibt es hier. Wer Mozarts Operngala genießen möchte, bekommt hier mehr Informationen und Karten. Ich lege euch, obwohl ich es selbst nicht erlebt habe, auch das Dinner sehr ans Herz, ich stelle mir das als wunderbar runden Abend vor, wenn man vorher noch in dieser schönen Umgebung speisen kann. Das ist das Menü:

 

Vorspeise
Bunte Mini Salate
Ziegenkäsenougat, Oliven, Kirschtomaten

***

Hauptgang
Gegrilltes Perlhuhn
Ratatouille, Gratinkartoffeln, Lavendeljus

Vegetarische Alternative
Gefüllter Portobello
Ratatouille, Gratinkartoffeln, Tomatenjus

***

Dessert
Mousse au Chocolate
Krokant, Orangensauce, Minze

 

Nicola Rost – Solo in der Bar jeder Vernunft – Frauensommer

Jeder kennt wohl dieses Bild aus alten Filmen: Eine Frau in einer glitzernden Robe legt sanft die Hand um ein silbernes Mikrofon, der Spot lässt ihr Kleid erstrahlen, leise und dann immer kraftvoller schmachtet ihre Stimme. Das Publikum, in dunklen Smokings und prächtigen Abendkleidern, trinkt Martini und raucht Zigarre, während man der schönen Sängerin gebannt lauscht.

Genau in dieser Umgebung stelle ich mir Nicola Rost vor. Mit ihrer strengen Frisur und der schlanken Silhouette würde es wunderbar passen, außerdem sind ihre Stimme und ihre Lieder einfach prädestiniert für dieses Setting! In der intim-heimeligen Bar jeder Vernunft kommen ihre Songs über Liebe und Verlust, über Organspende und Berliner Nicklichkeiten sehr schön zum Tragen. Ich war schon bei ihrem letzten Soloabend dabei, dieses Mal hatte sie einige neue Lieder im Gepäck, hat aber auch wieder mit bekannten Laing Krachern wie „Safari“ begeistert.

Ein wunderschöner Liederabend. Neben ihrer Stimme überzeugt mich vor allem ihre Authentizität. Die Tatsache, das man ihr ihre Texte abnimmt und ihr glaubt, dass sie Erfahrungen mit Singledasein, mit Liebe und Kummer gemacht hat, um dann darüber zu schreiben.

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Mit ihrer charmanten und fröhlichen Art hat sie ihr Publikum fest im Griff. Es wird fröhlich geklatscht und gepfiffen und nicht nur ich bin am Ende des Abends sicher, dass ich sie nicht zum letzten Mal live gesehen habe!

Im Rahmen des „100% – Frauensommer“ gibt es in der nächsten Zeit noch einige grandiose Damen zu erleben, zunächst Désirée Nick, dann zum Beispiel Georgette Dee, auf die ich mich schon sehr freue! Das komplette Programm und Karten bekommt ihr hier.

 

Yakari – Das Musical, Admiralspalast

An diesem Wochenende durfte ich einen Ausflug zurück in meine Kindheit machen und Yakari – Das Musical sehen. Für die Fernsehserie beim KIKA bin ich zu alt – die startete erst 2008. Ich bin dafür mit den originalen Yakari-Comics aufgewachsen, die ab 1977 in Frankreich entstanden und deren Erfolg dann auch nach Deutschland schwappten. Ich hatte sogar ein Kuschelpferd wie Kleiner Donner! Daher war ich natürlich total begeistert zu hören, dass das Musical nochmal nach Berlin kommt. 2014 hatte ich es leider verpasst.

yakari_pressefoto_05_foto_dietmar_ schmittZusammen mit einer großen Anzahl anderer begeisterter Kinder, viele von ihnen in Indianerverkleidung, stürmte ich also den Admiralspalast. Und wurde direkt zurück in meine Kindheit getragen. Die Bühnenausstattung, die Personen, alles war altbekannt und liebgewonnen, es war, als würde ich direkt wieder in mein Kinderzimmer katapultiert werden! Yakari, (Dennis Schulze) der kleine Sioux, möchte unbedingt ein großer Krieger wie sein Vater Kühner Blick (Yannik Graef) werden. Was das genau beinhaltet, ein großer Indianer zu sein, das weiß er allerdings nicht. Mit dem Feuermachen und den Rauchzeichen hapert es auf jeden Fall noch ein wenig.

Von kleinen Rückschlägen lässt er sich aber nicht beeindrucken und gemeinsam mit seinen Freunden Kleiner Dachs (Marco Knorz) und Regenbogen (Aloysia Astari) folgt er seinem Vater und den anderen Kriegern zur Jagd auf wilde Mustangs. Leider zieht er dann die Wut aller auf sich, wenn er dem jungen Hengst Kleiner Donner zur Flucht verhilft. Kühner Blick ist furchtbar enttäuscht von ihm und Yakari ist jetzt umso begieriger, ein großer Indianer zu werden. Zum Glück erscheint ihm sein Totemtier Großer Adler und schenkt ihm mit einer magischen Feder, die Fähigkeit mit Tieren zu sprechen. Gemeinsam mit der Biberfamilie, dem Bär und dem Otter versucht er, seinen Vater doch noch zu überzeugen.

yakari_pressefoto_10_foto_mathieu fischesserDie Geschichte um den kleinen Indianer und seine tierischen und menschlichen Freunden ist spannend und wird von tollen, mitreißenden Liedern wunderbar unterlegt. Um mich herum schunkelten, klatschten und sangen die Kinder begeistert mit und auch viele Erwachsene ließen sich in den Bann der Geschichte ziehen. Ganz besonders Müder Krieger (Rüdiger Schade) beeindruckte mit einer wunderbaren Stimme und mit seiner Gabe, die Kinder im Publikum miteinzubeziehen und mitzureißen. Aber auch alle anderen Sänger und Tänzer sind voller Spaß und Elan und der ganze Saal zieht mit. Ein toller Nachmittag für die ganze Familie!

Die Lieder gehen ins Ohr, die Geschichte um Freundschaft, Naturverbundenheit und das Erreichen von Zielen ist sowohl spannend als auch ans Herz gehend. Da langweilen sich auch Mama und Opa nicht!