Sissi -ExperiDance – Budapester Zigeuner Symphonieorchester -Admiralspalast

Ich habe mich einfach mal überraschen lassen, von „Sissi“, aufgeführt von ExperiDance. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, was mich auf der Bühne erwarten würde. Sissi war für mich vor allem immer die monumentale Filmreihe mit Romy Schneider zu Weihnachten. Bis ich vor kurzem in dem Musical „Elisabeth“ auch die düstere Seite der Ungarischen Königin und Österreichischen Kaiserin erleben durfte. Daher mein Interesse für diese Tanzadaption der weltberühmten Geschichte um die schöne Adelige mit dem endlos langen Haar.

In dieser Show nun ist alles eine Mär von romantischen Verwicklungen, es könnte auch um jeden anderen Adeligen und jede schöne junge Königin in einer Grimmschen Erzählung gehen, das spielt eigentlich keine Rolle. Da die Geschichte durch Tanz, Mimik und große Gesten erzählt wird, besteht sie aus einfachen und aussagekräftigen Szenen. Zunächst sehen wir einen schicken jungen Adeligen (Norbert Patonai), etwas grimmig weist er nach und nach jede Frau des Hofes ab, keine der hübschen Damen gefällt ihm. In der Ferne erahnt man bereits Sissi (Anna Dóra Lázár), ein Brief kündigt sie an. Trotzdem lässt sich der stolze Mann auf ein Techtelmechtel mit einer schönen Zigeunerin (Veronika Morvai) ein, die ihn inbrünstig antanzt. Just als die Beiden sich leidenschaftlich küssen, betritt die Königin den Thronsaal und erstarrt geschockt. Die Zigeunerin flieht beschämt, die Königin ist verständlicherweise tief verletzt, der Graf reagiert arrogant.

Stolz und anmutig versucht die Königin daraufhin, das beste aus der Situation zu machen und die Nebenbuhlerin auf elegante Weise aus dem Weg zu räumen: sie kleidet sie neu ein und stellt sie dem Hof vor. Die Männerwelt ist natürlich entzückt und ein schneidiger junger Recke (Dávid Benkő) ist ganz besonders angetan. Dummerweise lässt der Graf sich nicht so einfach ausbooten, auch nicht, als das Zigeunermädchen sich seinerseits in den jungen Herzog verliebt. Bevor es ein märchenhaftes Happy End geben kann, kommt es zum Kampf auf Leben und Tod!

Die Tanzgruppe ExperiDance wurde 2000 gegründet und möchte seither unter der Leitung von Sándor Román Ballett und Ungarische Folklore vereinen. Und das gelingt auch, gerade beim Erfolgsstück Sissi ganz hervorragend. Das Budapester Zigeuner Orchester, das mit auf der Bühne agiert, spielt bekannte Stücke in schneller, unvergleichlicher Csárdás-Manier, so das es eine richtige Freude ist! Hacken knallen immer wieder auf den Tanzboden, die Röcke wirbeln wild im Kreis, Klatschen, Pfeifen und Rufen durchschneidet die Luft und der wilde Rhytmus geht automatisch in die Beine! Dazu eine romantische Liebesgeschichte, ein sturer Mann, eine schöne und kluge Frau – perfekt! Ein sehr ungewöhnlicher Tanzshow-Abend, wie ich ihn so noch nicht erlebt habe. Mal etwas ganz Anderes!

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Autor: Nicole Haarhoff

37, eigentlich Buchhändlerin, aber meist unterwegs ins Theater, ins Varieté, zu Shows oder Ausstellungen.

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