Ikenna Amaechi – Whitney Houston’s Greatest Hits – Wintergarten Varieté Berlin

Sie gehörte zu den erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten und ihre Musik hat sie unsterblich gemacht: Whitney Houston. Ihre vielgeliebten Balladen, ihre RnB- und Popsongs, über alle Generationen hinweg hört man ihre Werke noch immer, obwohl die Soulgöttin mittlerweile schon seit vier Jahren nicht mehr unter uns weilt. Ob bei Liebeskummer, zum Tanzen oder in romantischen Stunden – Songs wie „I wanna dance with somebody“ oder „I will always love you“ machen einfach glücklich!

Und obwohl man die große Diva leider nicht mehr auf der Bühne erleben kann, in Berlin gibt es trotzdem die Möglichkeit, ihre wunderbaren Songs live zu hören. Ikenna Amaechi ist nicht nur das Ebenbild der Soulsängerin in ihren jungen, erfolgreichsten Jahren, sondern hat auch noch die gleiche wunderbare Stimme, die einen dahinschmelzen lässt! Typisch Berlin, dass es hier eben ein Mann ist, dessen Taille und dessen Stimmbänder dieser großen Anforderung gerecht werden! Eigentlich müsste man ihn ja hassen. Und an unserem Tisch wurden auch einige halb neidische, halb bewundernde Sprüche über seine meterlangen Beine und seine makellos schlanke Silhoutte in seinen wunderschönen Roben gemacht.

Ein Teil von Ikennas großem Erfolg ist auf jeden Fall, neben ihrem Gesangstalent und ihrem Aussehen natürlich, auf ihr positive Ausstrahlung und ihre sympathisch-witzige Art zurückzuführen. Wenn sie, nachdem sie im ersten Song des Abends die höchsten Gesangshöhen erklommen hat, sich mit tiefer Stimme als Mann und als echter Berliner outet und fröhlich losberlinert, dann kann man einfach nicht anders, als sie zu mögen. Bei ihren Konzerten hat man immer das Gefühl, Teil eines großen Ganzen zu sein, einer fröhlichen Partymeute, die gemeinsam ihrer Liebe für die Songs von Whitney Houston frönt. Es wird laut mitgesungen, fröhlich mitgetanzt und romantisch mit Feuerzeugen (naja, Handydisplays) im Takt gewunken. Ein grandioser Abend. Ikennas All Star Band besteht unter anderem aus Matt Voodoo (bekannt aus dem großartigen Wintergartenstück „Der helle Wahnsinn“) und Rian Es (bekannt aus so gut wie allen Wintergarten Erfolgen). Und als besondere Überraschung gibt es außerdem einen Auftritt von „Steve the Paperman“, der zu bekannten Songs blitzschnell seine cleveren Kostüme aus Papier wechselt und verändert. Sehr witzig und eine tolle Auflockerung. Langer Applaus und Standing Ovations sind der Lohn für einen insgesamt wundervollen Abend.

Wer Ikenna live erleben möchte, sollte den Valentinstag 2017 dick im Kalender anstreichen! Da gibt es ein großes Tributkonzert zu Ehren von Whitney Houston, nicht „nur“ mit Ikenna, sondern auch mit anderen tollen Künstlern wie zum Beispiel Jay Khan und Jack Woodhead! Weitere Infos und Karten gibt es hier.

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Berlin Cabaret – Hollywood Dreams – Songs zwischen Ruhm und Exil – Isabel Dörfler & Jeff Cohen

Am 24. November zeigte die bekannte Musicaldiva Isabel Dörfler im Admiralspalast Berlin zum ersten Mal ihr brandneues eigenes Programm: Berlin Cabaret – Hollywood Dreams – Songs zwischen Ruhm und Exil. Isabel Dörfler, bekannt schon als Mama Morton aus dem Musical „Chicago“ oder aus der Friedrichstadtpalast Revue „Wunderbar“, wählte Lieder von Komponisten und Kunstschaffenden, die ins Exil gingen. Deutsch-jüdische Künstler wie Kurt Weill und Werner Richard Heymann, die während des 3. Reiches in die USA immigrieren mussten. Oder Charlie Chaplin, der in den USA nicht mehr erwünscht war und von dort in die Schweiz immigrierte.

Für das Konzert im Admiralspalast Studio wurden die schönsten, die bekanntesten und beliebtesten Songs des frühen 20. Jahrhunderts zusammengestellt. Songs die in Hollywood strahlten und auf der ganzen Welt gesungen wurden, wie zum Beispiel „Das Lied vom einsamen Mädchen“ aus dem Film Alraune oder „Over the Rainbow“ aus „The Wizard of Oz.“

Zwischen den Lieder erzählt Isabel Dörfler Anekdoten aus den Leben der Komponisten, kleine Schnipsel ihrer Biographien, Interessantes über die Filme, in denen die vorgetragenen Lieder zum Tragen kamen. So wird ein Großes, Ganzes aus dem Abend, ein Liederabend voller Inhalt, im doppelten Sinne! Dabei ist Frau Dörfler nicht nur eine Augenweide, mit ihrer Sanduhrenfigur in eleganten Roben, sondern sie brilliert auch bei jedem einzelnen Lied, sie umschmeichelt die sanften, bellt die harten. Sie ist temperamentvoll, in sich gekehrt und dann wieder fröhlich, trägt, in schönstem Berlinerisch, ein Gedicht von Kurt Tucholsky vor. Auch ihre, augenscheinlich sehr herzliche, Beziehung zu ihrem Pianist, Jeff Cohen, gibt dem Publikum das Gefühl, bei einem intimen und liebevollen Privatkonzert zugegen zu sein.

Ein wunderbarer Abend! Am 4. Februar kann man sie noch einmal erleben, im Capitol Theater in Düsseldorf und dann am 11. März im Casino Hohensyburg in Dortmund. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite. Weitere Highlights im Admiralspalast findet man hier.

Das kunstseidene Mädchen – Renaissance Theater

Gestern habe ich mal wieder eine Premiere erlebt! Und zwar war ich zum ersten Mal im Bruckner Foyer des Renaissance Theater. Im Theater selbst war ich schon viele Male und habe einige großartige, großartige Stücke dort gesehen, zum Beispiel Dominique Horwitz in „Rot“ oder Katharina Thalbach in der rasanten Komödie „Der nackte Wahnsinn“. Aber im Bruckner Foyer im Obergeschoss des Hauses war ich tatsächlich noch nie. Dabei ist das ein ganz pittoresker Raum, in zartgrün gehalten, mit einer kleinen Bar und zur Zeit sehr hübsch weihnachtlich dekoriert.

Das Stück beginnt mit ein wenig Verwirrung. Eine elegant gekleidete junge Frau betritt den Raum als letzte und fragt die Zuschauer immer wieder nach dem Ende der Schlange der Wartenden. Und die Theatergäste versuchen eifrig zusammenzurücken, in der Annahme, dies sei eine verspätete Besucherin auf der Suche nach einem Sitzplatz! Erst nach einigen Momenten wird dann klar, dass es sich um das kunstseidene Mädchen (Antonia Bill) handelt. Sie ist zu einem Vorsprechen da. Dass bereits so viele warten, nimmt ihr allerdings ein wenig den Mut. Grummelnd bahnt sie sich einen Weg ganz nach vorn. Während des Wartens erzählt sie ein wenig. Von der Kleinstadt. Von den Eltern. Von der Schauspielschule. Dort ist sie irgendwie hinein geraten, eher durch Zufall. Vielleicht auch durch Lügen. Und vielleicht auch, weil sie eine Konkurrentin im Klo einsperrte. Ihre Wortwahl ist spitz, manchmal beinahe poetisch, dann wieder grob. Sie ist träumerisch, sie ist kokett, sie ist naiv, aber auch zielorientiert, wenn es um Pelze und Juwelen geht.

Sie möchte ein Glanz werden. Ein Glanz wie aus den Magazinen, eine Marlene Dietrich, eine Anita Berber, eine Angelina Jolie! Arbeiten möchte sie dagegen nicht. Auf keinen Fall! Etwas schlimmeres kann sie sich kaum vorstellen. Sie flieht aus der Provinz, mit einem gestohlenen Pelzmantel, Richtung Berlin. Berlin erscheint so pracht- und glanzvoll, so schnell, so wunderschön. Und weil sie jung ist und hübsch, findet sie dort auch Aufmerksamkeit. Die Männer sind ihr oft zuwider. Sie versteht ihre Handlungsweisen und ihre Gedanken oft nicht, versteht es dennoch, sie zu manipulieren. Urteilt sie dafür wiederum brutal ab. Verliebt sich dann aber doch, ganz gegen ihren Willen, in einen von ihnen, der sie nicht zurück liebt.

Antonia Bill lebt und atmet die Doris, das kunstseidene Mädchen. Sie flirtet, sie kokettiert, sie träumt und leidet und weint voller Inbrunst. Wenn sie sich unglücklich verliebt und schließlich ganz allein auf der Straße steht, dann möchte man am liebsten mit ihr weinen und sie fest in den Arm nehmen. Sie ist eine richtige Naturgewalt und hat das Publikum ganz fest in ihrem Griff. Eine grandiose Ein-Frau-Show! Das kunstseidene Mädchen ist bei ihr niemals unsympathisch, immer großäugig-verblüfft, aber schlauer als sie zugeben will. Sie sieht die Welt auf ihre ganz eigene Art und kommt doch nicht umhin, nach den Regeln anderer zu spielen. Das Stück wird wunderbar abgerundet durch die Lieder von Carsten Golbeck, Rainer Bielfeldt begleitet auf dem Klavier.

Leider war das vorerst die letzte Vostellung von „Das kunstseidene Mädchen“ im Renaissance Theater, aber ein Blick auf den Spielplan lohnt sich allemal! Und im März, genauer gesagt am 29.03.2017 hat man dann nochmal die Chance Antonia Bill als kunstseidenes Mädchen zu erleben, sowie am 12.04.! Dick rot im Kalender anstreichen!

Märchen für Erwachsene – Der gestiefelte Kater & Rotkäppchen – Glaspalast auf dem Pfefferberg

Auf dem Märchenberg

Genau rechtzeitig zur gemütlichen Jahreszeit ist ein neuer, traumhaft schöner Theaterspielort für Märchen mitten in Berlin entstanden. Darüber, zu was für einem malerischen Ort sich der Pfefferberg mittlerweile gemausert hat, hatte ich ja schon einmal berichtet, hier. Statt eher ranzige Clubs zu besuchen, kann man dort nun im Tauro oder im Pfefferbräu hervorragend essen und im Pfefferberg Theater klassisches Theater in modernem, ganz individuellem Gewand sehen.

Und in der Mitte des schön gelegenem Areal prunkt nun der Glaspalast, in dem es  während der gesamten Weihnachtszeit am Nachmittag für Kinder und am Abend für Erwachsene Märchen zu sehen geben wird. Es duftet wunderbar nach Glühwein, vor dem Palast flackert ein Lagerfeuer. Wer bisher noch nicht in Märchenstimmung war, ist es spätestens jetzt. Durch die Glaswände kann man die lichterfunkelnden Bäume draußen sehen und die kunstvolle Lichtdeko über der Terrasse des Tauro. Im Inneren des Palastes ist es warm und behaglich, ich freue mich schon sehr darauf, unter einer Schneehaube dort zu sitzen, das ist sicher noch hübscher!

Der Abend beginnt mit dem Märchen „Der gestiefelte Kater“. Die Geschichte wird von dem Katerchen (Carsta Zimmermann) und dem jüngsten Müllerssohn (Torsten Schnier) gemeinsam erzählt. Der Kater kiekst und überschlägt sich beinahe vor lauter Aufregung und unterdrückter Tatenlust. Der Müllerssohn dagegen ist von seinem anscheinend recht miesen Erbteil ziemlich angestochen und lässt sich nur widerwillig und angenervt zur Mitarbeit überreden. Die Chemie zwischen den beiden funkelt richtig, ihre Schlagabtäusche und das improvisierte Einbeziehen des Publikums machen richtig viel Spaß!

Nach einer kurzen Pause (für Glühwein und Brezeln) geht es dann gleich weiter mit „Rotkäppchen“. Düster schreiten die beiden Protagonisten wie zu einer Beerdigung nach vorn auf die Bühne. Maßregelnde Blicke lassen das fröhliche Publikum verschüchtert still werden und erst dann beginnt das Märchen. Rotkäppchen (Ina Gercke) sieht ein bißchen aus wie Wednesday Adams, ganz in schwarz, mit strenger dunkler Brille und steifer Körperhaltung. Der Wolf (Vlad Chiriac) ist dagegen laut und ungestüm, gröhlend trampelt er den Gang hinab, um seiner märchenbestimmten Aufgabe nachzukommen. Messer und Gabel gezückt, ist er bereit loszufressen, aber nicht alles klappt so, wie er sich das vorstellt. Am Ende wird das Rotkäppchen doch noch vernascht. Auf die erwachsene Art.

Insgesamt ein toller, sehr lustiger und zauberhafter Abend auf dem Märchenberg. Die altbekannten und vielgeliebten Geschichten haben einen ganz ungewöhnlichen und interessanten Twist bekommen und werden auch  für Erwachsene spannend und liebevoll inszeniert. Jedes Märchen dauert etwa eine halbe Stunde und wurde auf das Essentielle reduziert, ohne etwas von seinem Zauber oder seiner Aussage zu verlieren. Die Schauspieler sind vergnügt und spielfreudig bis in die Fingerspitzen, sie verstehen es, das Publikum mitzureissen und zu begeistern. Dazu noch das wundervolle Ambiente und die schöne Umgebung – perfekt! Große Empfehlung! Schaut euch Märchen im Glaspalast an! Märchen sind gut für die Seele. Und Glühwein auch.

Weitere Information, Spielplan und Karten gibt es hier.

Vorfreude! Der Zirkus kommt! Roncalli Weihnachtscircus im Tempodrom- 16.12. bis 02.01.2017

Bald ist es wieder soweit! Ein Datum, das ich mir ganz fett im Kalender angestrichen habe, ist der 17.12.2016, denn da ist die große Premiere des neuen Roncalli Weihnachtscircus Programms im Tempodrom. Zum 13. Mal gastiert der Circus bereits zur Weihnachtszeit im Tempodrom und außerdem wird in diesem Jahr noch ein weiteres großes Jubiläum gefeiert: der Circus Roncalli begeht seinen 40. Geburtstag!

1976 hatte das allererste Programm „Die größte Poesie des Universums“ Weltpremiere. Art Director Bernhard Paul hatte zuvor seinen gutbezahlten Job bei einem Wiener Nachrichtenmagazin gekündigt und sich daran gemacht, seinen Kindheitstraum vom schönsten Circus der Welt wahr zu machen. Gemeinsam mit André Heller stellt er das Programm auf die Beine und liefert acht Wochen lang auf dem „Bonner Sommer“ eine viel beachtete Show ab, danach ist aber leider erstmal wieder Schluss für den Circus. Mit Clownauftritten hält sich Paul über Wasser, ehe er 1980 mit dem Programm „Die Reise zum Regenbogen“ auf dem Kölner Neumarkt so richtig durchstartet.

Die größten Größen der Circuswelt geben sich die Ehre. Ein Highlight jagt das nächste. Heinz Rühmann singt 1984 das Lied vom Clown in der Manege von Roncalli. Das erste Buch über Roncalli erscheint. Das Fernsehen klopft an. Der Circus kann sich vor Zuschauern kaum noch retten.

Mittlerweile gibt es kaum jemanden, der den Circus Roncalli nicht zumindest dem Namen nach kennt. Unzählige Menschen (ich zum Beispiel) freuen sich das ganze Jahr über auf die Rückkehr der Circuswagen zur Weihnachtszeit. Ich war vor einigen Jahren zum ersten Mal im Weihnachtscircus und dort wurde der Grundstein für meine Liebe zum Varieté gelegt. Vorher hatte ich Circus immer mit etwas Albernem, Kindischem verbunden, aber dort wurde ich eines Besseren belehrt. Ich werde nie vergessen, wie nachhaltig beeindruckt ich war und wie begeistert. Magie, Zauber, Nostalgie – im Roncalli Weihnachtscircus erlebt man das alles. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und in jedem neuen Programm gibt es auch für den eingefleischtesten Fan von Akrobatik etwas Neues und Nie-Dagewesenes zu bestaunen.

Der Roncalli Circus setzt Maßstäbe. Und auch in diesem Jahr wird er wieder Kindheitserinnerungen wachrufen, Glanzlichter in Augen zaubern und staunende Münder formen.

Weitere Informationen und Tickets gibt es hier.

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Die Schneekönigin…und die Suche nach dem kleinen Glück – Wintergarten Varieté Berlin

Das Ende der 27. Berliner Märchentage ist gleichzeitig auch ein Anfang, denn von nun an bis in den Januar hinein zeigt das Wintergarten Varieté in Zusammenarbeit mit dem CABUWAZI-Springling Kinderzirkus und den Berliner Märchentagen das alljährliche Zimt & Zauber Varietéstück für die ganze Familie. Nachdem ich im letzten Jahr „Aladin und die Wunderlampe“ ganz großartig fand, war ich in diesem Jahr gleich eifrig zur Premiere von „Die Schneekönigin“ vor Ort.

Es duftet ganz wunderbar nach frischem Popcorn im Foyer des Wintergarten Varieté. Das ganze Haus hat sich für den Ansturm der kleinen Gäste fein gemacht, im Vorraum warten süße Leckereien und auch die Speisekarte ist extra für junge Augen und Mägen konzipiert, es gibt zum Beispiel Nudeln „Pippi Langstrumpf“ oder Buletten „Anna und Elsa“. Und wenn man sich etwas ausgesucht hat, kann man im hinteren Teil der Karte schöne Bilder kunterbunt ausmalen und damit die Wartezeit überbrücken. Tolle Idee!

Dann geht es auch schon los und wir springen mit beiden Füßen voran in die Geschichte von Anna (Elvin Karakurt) und ihrem besten Freund Kai (Samuel Türksoy), die zusammen mit ihren Freunden im Schnee spielen. Während Anna ihre Großmutter anruft, will Kai nur schon mal ein Stück vorgehen, aber dann ist er plötzlich verschwunden! Die verzweifelte Anna sucht ihn überall, aber erst die Hilfe einer hübschen Schneedame Olivia (Jasmin Eberl) bringt sie auf die richtige Spur: die Schneekönigin hat Kai entführt!

die-schneekonigin-ii_nina-de-lianin_ccamilla-camagliaAnna macht sich mit ihrer Hilfe auf den Weg zum Eispalast der Schneekönigin (Nina de Lianin), um Kai zu retten. Dabei trifft sie auf viele lustige, hilfreiche oder weniger hilfreiche Menschen und magische Wesen, eine vorwitzige Krähe zum Beispiel, ein Einhorn und eine ganze Horde von Räubern. Räubermädchen Ronja nimmt Anna prompt gefangen, weil sie einsam ist und auf der Suche nach einem neuen Spielgefährten. Gut, das Schneedame Olivia auf Zack ist!

Der bekannte Märchenklassiker „Die Schneekönigin“ wurde von Zimt & Zauber hübsch aufpoliert und mit modernem Glitzer versehen. Anna rappt und bringt Olivia das googeln bei. Kai kann auch seine blumige Seite zeigen und die Räubertruppe wird von einem Mädchen angeführt. Neben den Musicaldarstellern, die die Hauptrollen übernehmen und die Geschichte mit vielen tollen Liedern erzählen, sind es die Kinder, die das Publikum zum Staunen bringen. Sie balancieren auf Bällen, wirbeln furchtlos an den Strapaten durch die Luft und drehen sich halsbrecherisch in Riesenrädern. Absolut bewunderswert! Die kleinen Künstler stehen den sonst die Wintergartenbühne bevölkernden älteren Artisten in nichts nach!

Insgesamt ein wunderschönes Artistik-Musical für die ganze Familie, hier haben nicht nur die kleinen Gäste Spaß! Tolle Songs, wunderbare Stimmen und eine Schneekönigin, die so schön ist, dass ich keine Ahnung habe, wieso Kai nicht bei ihr bleibt.

Weitere Informationen und Karten gibt es hier.

 

Fisch zu viert – Kriminalkomödie – Berliner Kriminal Theater

Ein hochherrschaftliches Haus im Märkischen. Der Sommerwohnsitz der Schwestern Heckendorf, ihres Zeichens wohlhabende Brauereibetreiberinnen. Gerade machen die drei Damen es sich dort wieder gemütlich, nachdem sie die Wintermonate wohlbehalten in der Stadtresidenz hinter sich gebracht haben. Mit ihnen kommt auch der Diener Rudolf (Matti Wien) ins Haus, seit dreißig Jahren arbeitet er bereits für die drei Schwestern. Und nach so vielen Jahren ist er der Arbeit müde. Ihn plagt seit zwei Jahren ein stetiger Husten, er fühlt sich alt und matt. Die Befehle seiner Dienstherrinnen sägen immer mehr an seinen Nerven.

Charlotte (Uta Schorn) , Cäcilie (Cornelia Lippert) und Clementine (Maria Jany) dagegen sind das blühende Leben. Die älteste Schwester, Charlotte, führt die Brauereigeschäfte und hält das Geld der Familie mit beiden Händen fest. Die Arbeit ist ihr ganzer Lebensinhalt. Die mittlere Schwester, Cäcilie, hat als einzige der drei Damen wenigstens einen kleinen Schnipsel vom Glück zu sehen bekommen, eine Verlobung war sozusagen in Greifweite, wurde aber von Charlotte vereitelt. Seither lebt sie in den Erinnerungen an ihr Beinahe-Glück. Die Jüngste im Trio, Clementine, ist zeitlebens das Nesthäkchen geblieben. Sie wird so behandelt und benimmt sich auch so. Obwohl mittlerweile ebenfalls im Alter einer alten Jungfer und längst kein Mädchen mehr, versucht sie noch immer verzweifelt, so zu wirken.

Rudolf möchte aus dem Dienst ausscheiden und sich auf eine Weltreise begeben, um seine wenigen verbleibenden Jahre noch ausgiebig zu genießen. Hierfür benötigt er allerdings einen kleinen Vorschuss auf die Erbsummen, die ihm, unabhängig voneinander, von allen drei Damen in intimen Stunden versprochen worden waren. Aber ganz egal welche der drei Schwestern er anspricht, er bekommt nur abschlägige Antworten. Enttäuscht und schließlich auch wütend reagiert er auf die Ausflüchte der Drei. Lange unterdrückter Zorn schwelt auf. Auf allen Seiten…

Beim Geld hört die Freundschaft eben auf. Und im Falle von Rudolf und seinen drei Damen kann man ja nicht mal von einer Freundschaft sprechen. Ganz im Gegenteil. Verschüttete Gefühle, verpasste Chancen und ein guter Schuss Eigensucht bestimmen die Beziehungen im Hause Heckendorf.

Die Kriminalkomödie „Fisch zu viert“ lebt ganz von seinen Dialogen. Es gibt nur einen Raum, keine großen Wechsel bei Requisiten oder Kostümen. Wichtig ist nur, was zwischen diesen vier so unterschiedlichen Menschen abläuft, was gesagt oder eben gerade nicht gesagt wird. Die überaus spitzzüngige Charlotte, die im geheimen recht verdorbene Cäcilie und Clementine, die regelmäßig zu flüssigen Tröstern greift, die Wortwechsel schneiden nur so durch die Luft. Trotzdem bleibt das Stück amüsant, beschwingt und ist weder blutig noch grausig. Genau das richtige, wenn man mit Tante, Oma, Opa und sonstigem Weihnachtsbesuch schön ausgehen möchte. Im angrenzenden Umspannwerk Ost gibt es dazu den passenden Gänsebraten. Und wenn man es moderner und fieser möchte, dann kann man den neusten Theaterstreich nach den Romanen von Sebastian Fitzek schauen: Die Therapie. Hab ich noch nicht gesehen, steht aber schon auf meinem Wunschzettel!

Weitere Informationen und Tickets gibt es hier.