Tabaluga – Es lebe die Freundschaft Tour- Mercedes Benz Arena Berlin

Rund zwanzig Jahre ist es mittlerweile her, dass ich Tabaluga zum ersten Mal gesehen habe. Tabaluga & Lilli hieß die Tour damals, Anfang der 90er Jahre und ich war mit meiner Schulklasse dort. Nun bin ich (leidlich) erwachsen und immernoch begeistert mich das Rockmärchen um den kleinen grünen Drachen aus Grünland, den sich Peter Maffay und Rolf Zuckowski ausgedacht haben und dem Helme Heine sein Aussehen gab. Mittlerweile gibt es unzählige CDs, eine Fernsehserie und niedliches Merchandise ohne Ende. Die Shows sind gigantische Produktionen vollbespickt mit bekannten und bekannteren Namen und ein wahres Fest für Augen und Ohren.

Alles beginnt mit einem Fest für Tabaluga, all seine Freunde sind da, als plötzlich sein Lieblingsfeind Arktos auftaucht. Er stürzt mit seiner Schneecrew nicht nur Grünland in Eis und Schnee, sondern vereist auch noch den armen kleinen Drachen, der daraufhin sein Gedächtnis verliert. Der Glückskäfer versucht dem verwirrten Drachen zu helfen, seine Erinnerungen wiederzubekommen und gemeinsam machen sie sich auf, um ihren Feinden zu trotzen und ihre Freunde wieder um sich zu versammeln. Ihnen begegnen viele Grünländer auf ihrer Reise, zum Beispiel ein Bienenvolk mit seiner temperamentvollen Königin, ein selbstmitleidiger Pechvogel, glückliche Delfine und eine Reggae-Schnecke.

Um Arktos bösen Plan zu vereiteln und Grünland zu retten, braucht Tabaluga allerdings die Hilfe all seiner Freunde und – auch seiner Feinde! Denn nur zusammen sind sie stark genug und können verhindern, dass der ausgebrochene Vulkan das ganze Land mit Lava überspült.

Ein großes Statement zu dem sehr aktuellen Thema Toleranz setzt Peter Maffay da mit seinem kleinen Drachen und seiner All Star Riege, zu der in Berlin auch Culcha Candela, Tim Bendzko und Uwe Ochsenknecht (sehr extravagant in einem lila Haremskostüm) gehören. „Nur zusammen sind wir stark“ und „Mehr Brücken und weniger Mauern“, klare Ansagen in Zeiten des Trump und AFD Vormarsches. Die Mercedes Benz Arena wird auf ihrer ganzen Größe bespielt, die Grünländer sind auf Rollern und elektrischen Pedalos im Innenraum unterwegs, sodass man nicht nur weit entfernte Punkte auf der Bühne sieht, was ich wirklich toll finde.

Die Geschichte ist süß und herzig, die Lieder variieren von sanft und liebevoll zu zackig-rockig und reißen das gesamte Publikum mit, das zwischen Baby und Urgroßmutter die ganze Altersbandbreite bietet. Nach rund drei Stunden geht man mit einem Lächeln im Gesicht und einem Summen im Herzen wieder nach Hause.