Doris Day – Day by Day- Schlosspark Theater Steglitz

Ich mag Doris Day sehr gern. Ob „Bettgeflüster“ oder „Ein Pyjama für zwei“, ihre Filme machen einfach Spaß. Amüsant-freche Spitzen, maschinengewehrschnelle Dialoge, dazu ihre tollen Kostüme! Hach. Zeitlos schöne Filme für einen Wintersonntag auf dem Sofa. Natürlich spielt Doris Day in diesen Komödien und Musicals meist mehr oder weniger die gleiche Person. Sie hatte sich ein Image der Sauberfrau, der netten Doris von nebenan aufgebaut. Daran änderten auch einige Ausflüge ins Dramafach nichts. Als „ihre“ Genres für das breite Publikum nicht mehr von Interesse waren, zog sich Doris Day zurück. Mittlerweile weit über neunzig Jahre alt, besitzt sie heute einen Gnadenhof für Tiere, vor allem für Hunde.

Und dort beginnt auch „Doris Day – Day by Day“ im Schlossparktheater Steglitz. Mrs. Day ist in Gummistiefeln, begrüßt die Besucher auf ihrem Hof und führt sie umher. Sie erklärt sich bereit, etwas aus ihrem Leben zu erzählen. Von einer Kindheit, in der ihr strenger Vater sie zur Konzertpianistin und ihre ehrgeizige Mutter sie zur professionellen Tänzerin peitschen wollen. Von einem schweren Unfall, der diese Träume zerplatzen lässt. Von einer ersten Ehe, dem großen Glück, das in Schmerz und Terror endet. Von ihrem Sohn Terry, der aus dieser Ehe hervorgeht.

Sie erzählt von ersten Auftritten im Radio, von übergriffigen Managern und falschen Feunden, genauso wie von Liebe, einer zweiten, dritten und schließlich vierten Ehe. Von hinfallen und wieder aufstehen. Von Erfolgen, Schickalsschlägen und viel, viel harter Arbeit.

Angelika Milster spielt die Rolle ganz wunderbar, niemals theatralisch oder selbstmitleidig, sondern nüchtern und dennoch gefühlvoll erzählt sie die Geschichte der Doris Mary Ann Kappelhoff. Überaus interessant inszeniert, sehr geschickt umgesetzt. Nini Stadlmann, Sascha Rothermund und Tobias Licht spielen alle anderen wichtigen Personen in Mrs. Days Leben, ihre Eltern, Ehemänner, ihre Bühnenpartner. Und das Schönste an diesem Stück sind natürlich die Lieder. Nicht weniger als dreißig der bekanntesten und beliebtesten Songs der wunderbaren Entertainerin werden auf die Bühne gebracht. Spätestens bei „Whatever will be“ schunkelt der ganze Saal. Ein sehr aufschlussreicher und zu Herzen gehender Abend!

Im Januar gibt es wieder Vorstellungen dieses wunderbaren Musicaldramas. Aber auch sonst lohnt sich ein Blick in den Spielplan des Schlosspark Theaters sehr. Auf meinem Wunschzettel steht als nächstes „Harold und Maude“!

Weitere Informationen und Karten bekommt man hier.

 

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Autor: Nicole Haarhoff

37, eigentlich Buchhändlerin, aber meist unterwegs ins Theater, ins Varieté, zu Shows oder Ausstellungen.

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