Roméo et Juliette – live aus der MET – Kino in der Kulturbrauerei

Ich bin ein großer Fan der Live Übertragungen aus der Metropolitan Opera, bzw. überhaupt die Übertragungen aus Theatern und Opernhäusern aus der ganzen Welt. Natürlich ist es nicht genau das gleiche Feeling, als würde man direkt im Publikum sitzen, aber dafür hat man einen unschlagbar guten, unverstellten Blick auf die Bühne und auf die Darsteller darauf. Nicht einmal aus der ersten Reihe ist man derart nah an der Mimik der Auftretenden. Außerdem interviewt die Moderatorin in den Pausen wichtige Personen und man bekommt unbezahlbare Einblicke hinter die Kulissen.

Am Wochenende habe ich auf diese Art und Weise „Roméo et Juliette“, die Oper von Charles Gounod, live aus der MET in der Kulturbrauerei gesehen und war absolut begeistert. Zunächst, auf den ersten Blick, war ich nicht ganz überzeugt von Diana Damrau als jugendliche Julia, aber die Sopranistin hat mich im Laufe der Oper vollkommen für sich eingenommen. Nicht nur hat sie eine grandiose Stimme, sie spielt auch ganz wunderbar und verwandelt sich vor unseren Augen in eine zunächst fröhlich-kokette, dann eine zärtlich-verliebte und schließlich in eine verzweifelt-liebende Julia. Die Chemie zwischen Demrau und ihrem Roméo (Vittorio Grigolo) funkelt nur so, die beiden sind bezaubernd miteinander.

Überhaupt wurde jede einzelne Rolle sehr gut besetzt, auch der temperamentvolle und wilde Mercutio (Elliot Madore) nimmt für sich ein, auch Virginie Verrez als Stéphano und Mikhail Petrenko als Frére Laurent sind einfach wunderbar, sowohl von ihren Stimmen als auch von ihrer Darstellung her.Verona wird vor den Augen des Publikums wie ein magisches opulentes Gemälde zum Leben erweckt. Die Bühnenausstattung mit den dunkel dräuenden Herrenhausfassaden ist der perfekte Hintergrund für die farbenprächtigen und opulenten Kostüme, die wie Regenbögen wogenden Krinolinen und die blass geschminkten Gesichter. Eine herzzerreißend schöne Oper zum Schwelgen und Träumen, selbst das unausweichlich bittere Ende ist voller Schönheit.

Ich kann euch die Live-Übertragungen nur ans Herz legen. Die Kinos bereiten sich auch für diese „speziellen“ Gäste vor, es gibt eine seperate Lounge mit einer kostenlosen Garderobe und einer einem Opernbesuch angepassten kleinen Speisekarte. Demnächst kann man live aus der MET „Rusalka“, „La Traviata“ und „Idomeneo“ genießen. Weitere Termine und Informationen findet man hier.

 

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Autor: Nicole Haarhoff

37, eigentlich Buchhändlerin, aber meist unterwegs ins Theater, ins Varieté, zu Shows oder Ausstellungen.

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