The Cast – Die Opernband – Opera to Show – Bar jeder Vernunft

Eigentlich bin ich ja immer bereit, etwas Neues zu entdecken und mir auch mal Abwegiges anzuschauen, aber meinen Geburtstag wollte ich auf jeden Fall in schöner und gemütlicher Umgebung feiern. Daher bin ich am Montagabend, mit meinen Geschenken bepackt, direkt aus der Bahn in die Bar jeder Vernunft gestolpert, um „The Cast – die Opernband“ erneut zu erleben. Ich habe die sechs schönen jungen Leute bereits im letzten Jahr gesehen, meinen Bericht könnt ihr hier nachlesen.

The Cast sind sechs hippe junge Leute und wenn sie, schnieke gekleidet, auf die Bühne treten, dann denkt man im ersten Moment sie würden jetzt in eingängigen Pop ausbrechen. Oder, in Carrieannes Fall, vielleicht in Punkrock, schließlich hat sie das Äußere dazu. Und stattdessen stimmen sie Opern an. Und statt Rockröhre klettert Carrieannes Stimme in den allerhöchsten Sopran. Man darf eben nicht auf den ersten Blick urteilen! Till Bleckwedel aus Bremen, Bryn Vertesi, Anne Byrne und Carrieanne Winter aus den USA, Campbell Vertesi aus Kanada und Guillermo Valdes aus Chile haben sich 2012 zusammengetan, weil sie die Liebe zur klassichen Musik teilen und vor allem eins wollen: ihre Liebe für die Musik und die Freude daran mit anderen zu teilen. Statt starren, ernsten Konzerthallen, streben sie ein freundschaftliches Verhältnis mit ihrem Publikum an, eine Art Wohnzimmer-Jam Session mit Freunden. Sie erzählen fröhlich und freundlich von ihren privaten und persönlichen Momenten die Musik betreffend. Es gibt kleine Informationen zu Komponisten oder zum Hintergrund der einzelnen Lieder.

Insgesamt entsteht so ein witziger, fröhlicher, einnehmender Musikabend, bei dem man sich wirklich freundschaftlich willkommen fühlt. Und die allerschönsten Operntitel werden meisterhaft vorgetragen, man bekommt eine Gänsehaut zu Nessun Dorma oder möchte mit Carmen weinen. Ein Muss für alle Opernfans und für alle, die es noch werden wollen. Klassische Musik im Clubkonzert-Style! Das habt ihr so noch nicht erlebt! Dazu die heimelige Plüschatmosphäre des Eventzelts Bar jeder Vernunft – ein perfekter Geburtstagsabend! Bis zum Sonntag könnt ihr The Cast noch in der Bar jeder Vernunft erleben und dann wieder im Dezember, als Super-Sonder-Weihnachtsspezial!! Infos und Karten bekommt ihr hier.

©Nicole Haarhoff

 

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Potsdamer Schlössernacht 2017 – Das Staunen kehrt zurück – Schloss Sanssouci und Schlossgärten in Potsdam

Glück gehabt! Nachdem das Eröffnungskonzert mit Daniel Hope vor dem Neuen Palais am Freitagabend buchstäblich ins Wasser fiel, war uns der Wettergott am Samstag gnädiger gestimmt. Statt Blitz, Donner und Starkregen, der uns beinahe von unseren Stühlen schwemmte, gab es am Samstag dann schönstes Sommersonnenwetter! Ich muss wirklich sagen, Hut ab vor dem Publikum, am Freitagabend blieb der Großteil tapfer sitzen bis die letzten Töne verklungen und das Großfeuerwerk bunt über uns explodiert war.

Zur Belohnung für so viel Standhaftigkeit strahlte dann am Samstag die Sonne besonders schön für uns. Ich war zum allerersten Mal bei der Schlössernacht in Potsdam, ich kann also leider keine Vergleiche zu den Vorjahren anstellen. Ich kann euch nur berichten, wie es mir dieses Mal gefallen hat und das war ganz wunderbar! Der Park ist einfach wunderschön, makellos gepflegt und allein für sich schon eine Augenweide, aber die neuen Veranstalter, die 2017 angetreten sind, um das Staunen wieder zurückzubringen, die haben wirklich eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt. Gleich zu Beginn begeistert die Compagnie des Quidams mit ihren gigantischen weißen Pferden, die auf der weltberühmten Weintreppe vor dem Schloß Sanssouci tanzen. Eine poetisch-schöne und märchenhafte Vorstellung, wie gemacht für den beeindruckenden Hintergrund.

 

 

Danach besichtigen wir staunend die Bildergalerie, ehe wir eine Fee in einer riesigen Kugel über das Wasser der Fontäne unterhalb der Bildergalerie tanzen sehen, eine zauberhafte Idee, wie ich finde. Dadurch, dass alle Aufführungen zu verschiedenen Zeiten erneut gezeigt werden, stehen nicht alle Besucher gleichzeitig an einer Stelle an und durch die gezielte Verteilung ist es auch möglich, dass man sich einen ganz persönlichen Laufplan erstellt, nach dem man dann alle Punkte rechtzeitig ansteuert. Es lohnt sich wegen der schieren Masse an Angeboten wirklich, sich schon vorher einmal hinzusetzen und sich seine Gedanken zu machen, was man sehen möchte, damit man kein Highlight verpasst, auf der Webseite der Potsdamer Schlössernacht gab es im Vorfeld alle Infos und auch Pläne zum downloaden. Dabei sollte man auch die Entfernungen einrechnen, denn allein die Hauptstraße, die bis zum Neuen Palais führt, ist zwei Kilometer lang! Mein Tipp: die persönlichen Must-Sees auswählen und alles, was man dann noch schafft ist ein Bonus. So ist man auch hinterher nicht enttäuscht.

 

 

Für mich war ein weiteres Highlight das menschliche Mobile: Transe Express, eine Musiker/Artistentruppe aus Frankreich wurde mithilfe eines gigantischen Krans meterhoch über die Köpfe des staunenden Publikums getragen, immernoch fröhlich trommelnd. Eine unglaublicher Anblick! Auf den Wandelwegen zwischen den einzelnen Attraktionen begegnen uns wunderbar gekleidete Flaneure in großen Roben oder fantasievollen Kostümen. Über die Wiesen ist aus allen Richtungen Musik zu hören, wir lauschen dem Perner Carillon, auf der kleinen Bühne am Holzplatz unterhält uns Aydar Gaynullin mit seinem Akkordeon und Oli Bott am Vibrafon. Die römischen Bäder sind zur Feier des Tages geöffnet und werden eifrig fotografiert, im malerischen Innenhof ertönt Spaghetti Swing. Eigentlich möchte man sich überall in Ruhe niederlassen und lauschen, aber es gibt noch so viel zu sehen und zu erleben, daher fliegen wir an der Lasershow am Maschinenteich vorbei und steuern das Schloss Charlottenhof an, um uns von Simonetta Ginelli an der Harfe verzaubern zu lassen. Langsam wird es dunkel und im Park Sanssouci erstrahlen die Lichter. Ein zauberhafter Anblick!

 

 

Am Freundschaftstempel unterbricht Martin Klenk sein Cello-Spiel, um für einen ganz besonderen Herren Platz zu machen: Kammerherr Karl Ludwig von Pöllnitz gibt sich die Ehre. Er war seines Zeichens Oberzeremonienmeister am Hofe Friedrichs des Großen und kannte alle und jeden. Jedes noch so kleine Geheimnis, jedes Gerücht, jeder herzhafte Skandal – Herr von Pöllnitz wusste Bescheid. Und er plaudert nur allzu gerne vor seinen gespannt lauschenden Zuhörern aus dem Nähkästchen.

Nach unserem Ausflug in die Gerüchteküche haben wir nun tatsächlich Hunger und wir schlagen einen Bogen zur Genießermeile. Die farbenfrohen Streedfoodtrucks sind von der Ketering GmbH, das gleiche Unternehmen, das auch den malerischen Streedfood Market in der Kulturbrauerei organisiert. Dementsprechend kann man sich hier kulinarisch einmal um die Welt transportieren lassen, von Burgern über Empanadas, Trüffelgnocci, duftendem Käseraclette bis hin zu indonesischen Pancakes gibt es hier wirklich alles. Und alles frisch und liebevoll zubereitet. Dazu Erdbeerbowle oder einen schönen eiskalten Hugo – perfekt! Wer es lieber traditionell mag, der bekommt natürlich auch eine zünftige Bratwurst und ein kaltes Bier!

Alles in allem hatte ich einen wunderbaren Nachmittag und Abend bei der Potsdamer Schlössernacht und dabei habe ich nicht einmal die Hälfte von dem gesehen, was geboten war. Im Endeffekt kann jeder selbst entscheiden, ob man bis zum bombastischen Abschlussfeuerwerk um Mitternacht durch die Gegend powert und möglichst alles sieht oder ob man lieber langsamer flaniert und ausführlich genießt. Im nächsten Jahr bin ich auf jeden Fall gerne wieder dabei und nehme mir dann mehr Zeit, auch die verschiedenen Führungen zu sehen. Mein Tipp: vorher die Route zumindest in etwa planen, bequeme Schuhe sind ein Muss, Mückenspray und Regencape nicht vergessen, Decke einpacken (echte Kenner haben gar einen kleinen Campingstuhl dabei). Powerbank nicht vergessen! Die nächste Schlössernacht befindet sich schon in der Planung und steigt am 18. August 2018! Gleich rot im Kalender anstreichen!

©Nicole Haarhoff

 

Anna Mateur & The Beuys – Frauensommer in der Bar jeder Vernunft – Berlin

Ich musste gerade selbst mal schauen, wann ich Anna Mateur eigentlich zum ersten Mal gesehen habe und bin dann auf diese alte Review von mir gestossen, die 2014 bei Livekritik.de erschien und von meiner Begeisterung spricht. Das nächste Mal sah ich sie dann 2016 als Stella in der wunderbaren Operette „Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt. (Wiederaufnahme 11. Januar – 11. März 2018, nicht verpassen!!) Und ich habe mich sehr gefreut zu hören, dass sie nun für einige Tage, im Rahmen des Frauensommers, in der Bar jeder Vernunft auftreten würde, mit ihrem aktuellen Programm „Protokoll einer Disko“.

Anna Mateur erklären zu wollen ist sehr schwer. Sie singt – klar. Sie ist witzig – auch klar. Aber das Besondere an ihrer Show ist sie selbst, die eine, die einzige Anna Mateur, deren Stimme und deren Mimik so wandelbar und einzigartig ist, wie man es sonst nicht erlebt. Sie spielt mit ihrem ganzen Wuchtbrummenkörper, hat keinerlei Scheu davor, zu schwitzen, zu zu stöhnen, zu schreien oder zu balzen, wie sie selbst es nennt. Sie nimmt sich selbst genauso wenig ernst wie sie die Auswüchse der modernen Welt ernst nimmt. Und so seziert sie genauso liebevoll-spitz das Publikum vor ihr wie auch Themen wie Sexismus und Youtube-Irrsinn. Schlau. Hintersinnig. Spitzzüngig.

Sie spielt, tanzt und groovt und hat das Publikum ebenso fest im Griff wie ihre „Günstlinge“ auf der Bühne, Christoph Schenker am Cello und Samuel Halscheidt an der Gitarre. Die beiden sind Bühne für ihre Show und manchmal Opfer ihres gestrengen Lehrerinnenblickes, aber ansonsten stumm. Die Show ist und bleibt Die Mateur. Das Stimmwunder mit der riesigen stimmlichen Bandbreite vom sanften Jazz bis zum „Rap von Deutschen für Deutsche“ mit authentischem Jugend-Sprech – sie beherrscht das alles. Und sie gibt alles! Drei Zugaben fordert das begeisterte Publikum in der vollen Bar jeder Vernunft von ihr ein. Ihre Musiker geben schon längst Autogramme im Vorraum, als sie noch immer auf der Bühne steht. Ein unglaublich toller Abend! Ich habe selten so laut und anhaltend gelacht, in der Bar jeder Vernunft.

Nur noch bis Freitag in der Bar jeder Vernunft, also ranhalten! Hier ist das komplette Frauensommer-Programm zum stöbern. Und ihr müsst unbedingt die Schwarzwälder Kirrschtorte im Glas probieren, die ist unglaublich!

©Nicole Haarhoff

 

Cats – Das Musical – Das englische Original auf Deutschlandtour – Admiralspalast Berlin

Es war einmal… vor vielen, vielen Jahren… Ein kleiner Junge namens Andrew bekam Abend für Abend von seiner Mutter zum Einschlafen Gedichte vorgelesen. Gedichte über Katzen. Über Rum Tum Tigger. Über Mungojerrie und Rumpleteazer. Über Old Deuteronomy. Und über viele, viele andere geheimnisvolle, schlaue, freche und liebe Katzen. Der kleine Junge namens Andrew liebte diese Geschichten und als er älter wurde und erfolgreich Musicals wie The Likes of us und Jesus Christ Superstar auf die Bühne gebracht hatte, da dachte er wieder an diese Geschichten. T.S. Eliot, der Lyriker, der die Katzen für seine Patenkinder erdacht hatte, war leider nicht mehr am Leben, aber dessen Witwe Valerie offenbarte Andrew Lloyd Webber weitere, unveröffentlichte Katzengeschichten und brachte damit die Entstehung eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten in Gang:

CATS

1981 in London uraufgeführt, haben mittlerweile 73 Millionen Menschen auf der ganzen Welt Cats live gesehen. In seiner Heimat London spielte das Musical insgesamt 21 Jahre lang und ist damit eines der am längsten gespielten Musicals Englands. Und bis heute hat die magische, aufwendig inszenierte Show voller einzigartiger und eigenwilliger Katzencharaktere nichts von seinem Charme verloren. Der andauernde Erfolg des Stücks ist wirklich kein Wunder – die Musik ist zeitlos wunderbar und die Tanzszenen mitreißend wie eh und je. Bis in die Schnurrhaare hinein sind die detailverliebten Kostüme perfekt und jede katzenhafte Geste sitzt – vom Fell putzen bis zum Köpfchen geben.

 

Ich habe mich wahnsinnig auf CATS gefreut und all meine hohen Erwartungen wurden noch übertroffen! Das Sommerfestival im Admiralspalast hat sich wirklich als mein absolutes kulturelles Highlight des Jahres 2017 entpuppt. Von der temperamentvollen Camille O’Sullivan über das mysteriös-beeindruckende Ada/Ava bis zum witzigen Märchenmusical Grimm– alle bisherigen Shows waren auf ihre ganz eigene Art wunderbar, aber CATS ist mein persönlicher Höhepunkt!

Hier stimmt einfach alles, die tolle Bühnendeko, die aufwendigen Kostüme, die zeitlos schöne Musik und vor allem – die grandiosen Darsteller! Ich hab mich in Rum Tum Tugger (John Brannoch), den frechen, ein wenig arroganten Rock’n‘ Roll Kater verliebt, den alle Kätzchen verehren. Wollte mit Mungojerrie und Rumpelteazer (Joe Henry, Meg Astin) auf Diebestour gehen. Hab White Cats (Sophia McAvoy) Schönheit und Grazie bewundert und Munkustraps (Matt Krzan) Treue und Beflissenheit. Jeder einzelne Darsteller ist einfach wunderbar und so kätzisch, wie man es sich nur wünschen kann. Ihre Stimmen sind grandios und wenn sie zu einem Chor verschmelzen, dann bekommt man unwillkürlich eine Gänsehaut. Und wenn Grizabella (Joanna Ampil) den weltberühmten Klassiker „Memories“ anstimmt, dann war ich bestimmt nicht die einzige im Saal, die heimlich ein Tränchen verdrücken musste.

Zu der Geschichte von CATS muss ich, glaube ich, gar nicht mehr viel sagen, die ist sicher hinlänglich bekannt. Aber ich kann euch auf jeden Fall sagen, dass es sich lohnt, sich die englische Cats Musicaltour live anzuschauen, denn es ist wirklich ein imposantes, lange nachhallendes Erlebnis mit beeindruckenden Tanz- und Artistikszenen. Jeder einzelne Katzenpart ist liebevoll und detailverliebt ausgearbeitet, jeder Darsteller eine Augenweide und ein Hörgenuss. Dazu noch die traurig-schöne Geschichte um die verstoßene Glamourcat Grizabella, die zurück in den Schoß ihrer Familie möchte – hach. Einfach wunderschön. Wenn ich könnte, dann würde ich heute direkt nochmal in den Admiralspalast gehen. Und morgen auch!

Nicht verpassen! CATS ist bis zum 19. August in Berlin, hier bekommt ihr Infos und Karten. Rechts und links der Bühne gibt es übrigens deutsche Übertitel, allerdings nicht Wort für Wort! Ab Ende August touren die Kätzchen dann weiter durch Deutschland: Frankfurt am Main, Baden-Baden, Bremen, Duisburg und zum Schluß Köln! Vielleicht gönne ich mir da ja sogar nochmal eine Karte!

©Nicole Haarhoff

Bilder: © Alessandro Pinna

 

Ashton Brothers – Enfants Terribles – Wühlmäuse

Wart ihr schon mal ziemlich heftig angeheitert? Und mit einer Gruppe eurer Freunde unterwegs, die ebenfalls heftig angeheitert waren? Und haben einige von euch vielleicht (teilweise) ihre Klamotten unterwegs verloren? Und ihr habt euch kaputtgelacht? Und habt Dinge gemacht, die euch verwegen und abenteuerlich vorkamen, die bei Licht betrachtet dann aber doch vor allem ziemlich gefährlich waren? Und ihr habt gelacht und gelacht…

Ja? Na, dann hättet ihr mal dabei bleiben sollen, denn dann wärt ihr jetzt vielleicht einer der Ashton Brothers.

Die Jungs aus den Niederlanden sind Artisten und Clowns und Zauberer und Musiker und Sänger und überhaupt. Und sie haben mit ihrem fünften Programm Enfants Terrible ein schräges, witziges, wildes und ungewöhnliches Stück Zirkuscomedy mit Anspruch und Klamauk auf die Beine gestellt, wie ich es sonst so noch nie erlebt habe. Es gibt böse Clowns, tanzende Skelette und waghalsige Artistik, alles in fliegendem Wechsel und beinahe komplett ohne Worte. Man ist als Zuschauer ganz atemlos vor Staunen und Lachen. Und wenn die Gags manchmal am Albernen kratzen, dann wird man in nächstem Moment mit beeindruckender Artistik wieder ernstlich geblendet. Was chaotisch anmuten mag, ist eben doch vor allem eins: schieres Können.

Die Ashton Brothers sind noch bis Sonntag, den 13. August in Berlin, schaut in den Wühlmäusen vorbei, ich kann euch die Truppe nur empfehlen, ich hab mich kaputtgelacht! Auch sonst lohnt sich natürlich immer ein Blick in den Spielplan. Mehr zu den Ashton Brothers findet ihr hier und hier.

©Nicole Haarhoff

Darauf freue ich mich: Mein Kulturaugust in Berlin

Ehe ich mich versehe, ist es schon wieder August und ich habe meinen monatlichen „Darauf freue ich mich“ Beitrag noch gar nicht veröffentlicht! Dabei gibt es doch so viel, worauf ich mich im August freue:

CATS!!! Ab dem 9. bis zum 19. könnt ihr im Rahmen des Sommerfestivals im Admiralspalast das englischsprachige Original aus London genießen! Unsterbliche schöne Musicalmomente, die man nicht verpassen möchte. Ich freue mich schon wie verrückt!!!

Ebenfalls ab dem 9. August: das begabte Duo Kaiser & Plain ist zurück im BKA Theater am Mehringdamm. Mit ihrem aktuellen Programm „Liebe in Zeiten von so lala“ heizen sie euch sommerlich ein.

Zwanzig Jahre ist es nun schon her, dass der Science Fiction Knaller Das fünfte Element von Luc Besson in die Kinos kam und zu einem der kommerziell erfolgreichsten europäischen Filme überhaupt wurde. Es regnete Preise für das schrille und farbenfrohe Special Effects-Feuerwerk. Und zur Feier des 20. Geburtstags gibt es nun eine aufgearbeitete 4K Version für alle neuen und alten Fans! Ick freu mir! Ab dem 10. August in Kino!

P!ink – am 11. und 12. kommt die Rockröhre nach Berlin, in die wunderschöne Waldbühne. Ich habe sie vor einigen Jahren mal in der (damals noch) O2 Arena gesehen und obwohl ich kein ausgesprochener Fan bin – das war eine krasse Show! Die erste Show, am Freitag, war ratzfatz ausverkauft, nun gibt es eine Zusatzshow am Samstag.

19. August. Der 19. August ist für Kulturverliebte wie mich ein hartes Datum. Der Tag der Entscheidung. Denn zum einen findet an diesem Tag die Lange Nacht der Museen in Berlin statt. Eine großartige, wunderbare Veranstaltung, eigentlich bin ich treu in jedem Jahr dabei. Aber in diesem Jahr fällt auf den gleichen Tag die Potsdamer Schlössernacht 2017. Und da ich dort noch niemals war und die neuen Betreiber Großartiges versprechen, werde ich in diesem Jahr mal dorthin pilgern!

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Kulturentdecken im August, genießt das schöne Wetter.

©Nicole Haarhoff

 

Restauranttipp: Marin Fisch und Fleisch Restaurant in Berlin Neukölln

Das Estrel Hotel bietet ja mit mehreren unterschiedlichen Restaurants für alle Geschmäcker etwas, aber manchmal möchte man dann doch etwas ganz Nagelneues erleben. Das Estrel liegt, das muss man zugeben, nicht gerade in einer ansprechenden Gegend, ringsherum nur Autohöfe und andere Gewerbetreibende. Wir waren also sehr verwundert, online herauszufinden, dass sich in der gleichen Straße ein türkisches Fisch- und Fleischrestaurant befindet, das von allen Seiten euphorisch empfohlen wurde.

Das Marin Fisch und Fleisch Restaurant liegt wie eine grüne Oase zwischen all den Neuköllner Fabriken und Firmenhöfen. Der große Garten mit vielen bunten Sonnenschirmen lädt zum Verweilen ein. Leider kamen wir mitten in einem der vielen, vielen Gewitter dort an, die diesen Sommer prägen. Es goss in Strömen und wir mussten in den Raum in der oberen Etage flüchten, wo der sehr freundliche und zuvorkommende Kellner uns mit warmen Decken versorgte. Und auch beim nächsten Besuch, einige Wochen später: Regen. Der Gastraum ist für größere Veranstaltungen oder Privatfeiern gedacht, das merkt man. Die vielen Tische stehen ohne Trennung dicht nebeneinander. Da wir allein waren, war das kein Problem, aber ansonsten sitzt man im Garten sicherlich schöner.

Aber das Wichtigste ist ja sowieso das Essen und das ist wirklich wunderbar. Wir haben uns, da das Restaurant sich schließlich damit rühmt, einmal für Fisch und einmal für Fleisch entschieden. Außerdem haben wir uns eine warme und eine kalte Vorspeisenplatte geteilt, um wirklich von allem einmal probieren zu können. Die Karte ist klein, aber fein. Frischer Fisch und Meeresfrüchte, auf den Punkt gegrilltes Fleisch und viele Speisen, die für Vegetarier geeignet sind. Alles frisch und liebevoll angerichtet. Weiterer großer Pluspunkt: sehr höflicher und zuvorkommender Service, was in Berlin ja nicht immer selbstverständlich ist. Man fühlt sich sehr willkommen und wie ein gern gesehener Gast des Hauses, der umsorgt und mit dem besten Speisen bewirtet wird.

Die Preise sind angemessen, die Vorspeisenplatte kostet zum Beispiel 9,90 Euro und die Lammkoteletts 17 Euro. Ich kann euch einen Besuch nur empfehlen! Aber Achtung, wenn ihr danach ins Estrel zu einer Show gehen wollt: Zwiebel und Knoblauch Alarm!

Ziegrastr. 1, 12057 Berlin-Neukölln. Eine Webseite gibt es leider nicht, aber eine Facebookseite. Am besten nutzt ihr die wenigen schönen Sonnentage, um den großen Garten genießen zu können.

©Nicole Haarhoff