Dirty Dancing – Das Original live auf Tour – Admiralspalast Berlin

Wenn vielgeliebte Klassiker auf die Bühne kommen, dann ist das immer ein zweischneidiges Schwert. Einerseits möchte man als Fan etwas Neues sehen – klar, aber andererseits soll alles so sein, wie man es kennt und liebt – auch klar. Das stellt die Kreativen hinter einem Projekt wie „Dirty Dancing“ natürlich vor ein schier unlösbares Dilemma. Der Film von 1987 mit Patrick Swayze und Jennifer Grey in den Hauptrollen hat längst Kultstatus erreicht. Nicht wenige Frauen (und Männer natürlich) haben den Film bereits unzählige Male gesehen, kennen die Story und die unsterblich schöne Musik in- und auswendig. Natürlich wollen sie all ihre Lieblingsszenen und all ihre liebsten Charaktere liebevoll und authentisch dargestellt sehen.

Daher kann ich euch als Dirty Dancing-Fan voller Inbrunst eines versprechen: Ihr werdet bei Dirty Dancing – Das Original live on Tour nicht enttäuscht werden. Ganz im Gegenteil. Jedes Ahh und Ohh, jedes warme Romantikkribbeln im Magen, jede in die Beine gehende Tanzszene und jeder grandiose Song, die diesen Film zu dem machen, was er ist, wurden berücksichtigt. Jeder Darsteller ist wundervoll besetzt, bis hin zu den Nebenrollen. Erinnert ihr euch zum Beispiel an Vivian, die Bungalowbiene, die ganz gern mal „private Tanzstunden“ von den Mitarbeitern des Kellermans bekommt? Ich dachte für einen Moment, sie stünde da tatsächlich auf der Bühne, so gut wurde sie von Dominique Brooks-Daw getroffen. Ihr Typ, ihre Kleidung, ihr Benehmen – alles passte. Oder Neil, der Enkel des Hotelbesitzers! Der eitle kleine Geck wird von Benjamin A. Merkle punktgenau als ein wenig eingebildet, ein wenig nervig und trotzdem irgendwie sympathisch dargestellt. Auch Babys Eltern, Martin Sommerlatte und Gloria Wind sind wundervoll bestzt und man hat es sogar geschafft, ihnen ein klein wenig mehr Profil zukommen zu lassen, als sie es in der Filmversion hatten. Vor allem die Mutter, die ja kaum etwas sagte, konnte auf der Bühne mehr Charakter zeigen. Natalya Bogdanis brilliert mit Lisas ikonischem Hula Hana Tanz. Und Baby und Johnny! Hach, Baby (Anna-Louise Weihrauch) und Johnny (Luciano Mercoli)! Vom ersten „Ich habe eine Wassermelone getragen“ bis zum letzten „Mein Baby gehört zu mir“ waren sie wunderbar. Er, der Supercoole mit Sonnenbrille und Lederjacke und dem großen Herzen. Und sie, die behütete Lieblingstochter, die vor keiner Herausforderung zurückschreckt. Hach, sie tanzen einfach wunderbar zusammen, da sprühen die Funken! Wenn sie mit Penny (Marie-Luisa Kaster) trainieren, dann knistert es richtig!

Auch das Bühnenbild von Roberto Comotti ist eine reine Freude. Das Anwesen des Kellerman-Ferienparks mit all seinen Häusern und Bungalows entsteht vor unseren Augen, auch der Ballsaal des Hotels in dem Baby und Johnny ihren Tanz vorführen und sogar der See, in dem sie die Hebefiguren proben! Die wunderbaren Songs, die mit dem Kultfilm untrennbar verbunden sind, wurden ebenfalls perfekt eingebracht, indem sie zum Teil im Original gespielt und zum Teil live performt wurden, von den beiden sehr guten Sängern Tertia Botha und Konstantin Zander.

Insgesamt ein wunderbarer Abend, ein Muss für alle Fans des Films, aber auch alle anderen werden ihren Spaß haben, denn die Musik und die Tanzszenen sind einfach wunderbar! Da zuckt die Tanzlust in die Beine! Am Ende stand der ganze Saal! Schnappt euch eure beste Freundin und los! Ihr könnt Dirty Dancing – Das Original auf Tour noch bis zum 17. Dezember im Admiralspalast Berlin erleben, danach geht die Tour durch Deutschland und Österreich weiter! Weitere Infos und Karten gibt es hier.

©Nicole Haarhoff