Vivid -Eine Liebeserklärung an das Leben – Friedrichstadtpalast Berlin

[Werbung]Ich schreibe in diesem Blog ja nur Empfehlungen. Nur über Shows, Events, Veranstaltungen und Ausstellungen, die mir richtig gut gefallen haben. Was auch der Grund dafür ist, dass ich so oft mit beiden Händen mit Superlativen um mich werfe und euphorisch Süßholz raspele. Ich habe mir dafür schon mehr als genug Kritik anhören müssen, aber ich möchte nun einmal nur über die Dinge schreiben, die ich toll finde und von denen ich denke, dass auch andere sie sicher toll finden werden. Kritiken und Verrisse kann man, glaube ich, an genug Stellen finden. Warum erzähle ich das jetzt? Weil ich gestern Abend eine solch gigantische Show gesehen habe, dass ich mir vorgenommen habe, mich ganz dolle zusammenzureißen und nicht allzu sehr auszurasten. Ich atme also ganz tief durch und sage, ganz neutral:

Standing Ovations, minutenlanger Applaus und häufiger Szenenapplaus. Das war die mehr als verdiente Reaktion des Publikums auf den neusten Showstreich im Friedrichstadtpalast: Vivid. Der berühmteste Hutmacher der Welt, Philip Treacy, hat Kopfschmuck für die Auftretenden ersonnen, wie die Welt sie noch nicht gesehen hat. Dazu die farbenprächtigen, außergewöhnlichen Kostüme von Stefano Canulli und ich wusste gar nicht mehr, wo ich zuerst hinschauen sollte. Unser Begleiter durch die Show der Entertainer (Andreas Bieber) gibt zu Beginn des Abends einem Mädchen im Publikum eine Blume und lädt sie auf die Bühne ein. Während ihr Vater noch aufgeregt gestikuliert, hat sie sich schon vollkommen in der Binary World verloren. R’Eye (Devi-Ananda Dahm) ist zu einer Androidin geworden, gleichgeschaltet mit all den anderen. Androidanna (Glacéia Henderson) ist die gestrenge Herrscherin über die Androiden, sie mag Ordnung und Gleichklang.

Der geheimnisvolle Guru (Mehmet Yilmaz) hingegen möchte R’Eye die vielfältigen Farben und die unzähligen Möglichkeiten zeigen, die die Welt außerhalb der Binary World bereit hält. Gemeinsam mit dem Entertainer und dem Glamourgirl (Sarah Manesse) entfaltet er für die staunende R’Eye eine Feuerwerk an Schönheit, Farben und Pracht. Er lässt Blumen aus dem Boden wachsen, auf der große Frösche bis ins Publikum hinein schaukeln, während die schönsten Tiere und Pflanzen des Dschungels ringsherum zum Leben erwachen und die Bühne erobern. Auf ihrer Reise lernt R’Eye alles über Mut, zu sich selbst zu stehen und zu sein, wer man sein möchte. Sie lernt Furchtlosigkeit von den Sky Angels, den Luftartisten mit den Zähnen aus Stahl, Frauenpower von den Schlangen der Troupe Ayasgalan und die Danger Boys geben ihr den Schubs, den sie braucht um über ihren Schatten zu springen. Schließlich springen die Danger Boys sehr viel gewagtere Sprünge!

Die Sänger sind fantastisch, ich mochte Devi-Ananda Dahm schon als Rotkäppchen und als Penny in „Hairspray„! Und Andreas Bieber kennen viele Musicalfans sicher auch schon lange. Aber auch das Glamourgirl und Androidonna sind großartig. Und mit der Girl-Line übertrifft sich der Friedrichstadtpalast ja sowieso schon immer wieder selbst, dieses Mal… ich will es nicht verraten, aber macht euch auf etwas gefasst, so habt ihr die Girl-Line noch nie gesehen! Atemberaubend! Die Tanzszenen und das Ballettensemble sind sowieso wieder durchweg bezaubernd. Bei einigen Akrobatikszenen konnte ich vor Angst gar nicht hinsehen, ich sage nur: Todesräder! Mit verbundenen Augen! Auch die Erotik kommt natürlich nicht zu kurz und insgesamt ist die neue Show im Friedrichstadtpalast eine farbenprächtige Freudenfeier, mit liebevoller und inklusiver, regenbogenfarbener Botschaft. Und mit R’Eyes Vater, dem Explorer (Jimmy Slonina) wird auch eine gute Prise Humor in die Revue gemischt, die nicht zuletzt dadurch zu etwas ganz Besonderem wird.

Weitere Informationen und Tickets bekommt ihr hier. Lasst euch diese herausragende und bombastische Show auf keinen Fall entgehen!

©Nicole Haarhoff