Flashdance – Das Musical, Admiralspalast Berlin

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Ich gebe es gleich zu – Flashdance ist nicht gerade einer meiner Lieblingsfilme. Ich weiß, ich weiß – Kultfilm! Ich hab ihn auch gesehen, mehrmals sogar. Wenn man ein bestimmtes Alter hat, dann kam man kaum an dem einen oder anderen Mädelsabend mit diesem Film vorbei. Trotzdem gibt es viele Tanzfilme, die mir persönlich mehr am Herz liegen. Nichtsdestotrotz wollte ich mir als Musicalfan natürlich nicht die Live-Version auf der Bühne entgehen lassen. Und war total von den Socken, die Musicalversion gefällt mir um einiges besser als der Film!

Die junge Alex (Hannah Leser) ist Schweißer Azubi in einer großen Stahlfabrik und sehr gut in ihrem Job. So gut, dass sie dem Fabrikssprössling Nick (Sasha Di Capri) in die Augen springt. Kaum merkt er, dass sie eine Frau ist, beginnt er sofort heftig zu flirten, blitzt allerdings knallhart ab. Etwas, woran der reiche Schönling wirklich nicht gewöhnt ist. Aber Alex will eben nicht mit einem Kollegen und noch viel weniger mit ihrem Boss ausgehen. Sie hat ganz andere Sorgen, ihre Mentorin Hannah (Gitte Haenning) und ihre beste Freundin Gloria (Ann Sophie Dürmeyer) drängen sie, sich doch endlich an einer prestigeträchtigen Tanzschule anzumelden, wie sie es sich insgeheim schon lange wünscht. Aber da sie niemals offizielle Tanzstunden bekommen hat, sondern sich alles selbst beigebracht hat, traut sie sich nicht recht. Die engelsgleichen Ballerinas, die sie durch das Fenster beobachten kann, schrecken sie mit ihrer Perfektion nur ab. Stattdessen tanzt sie an den Abenden in Harrys Club (Jogi Kaiser) an der Stange, einem netten älteren Herren, der seinen Club und seine Mädels sehr mag. Der zwielichtige C.C. (Michael Sattler) dagegen, der direkt nebenan einen Club eröffnet hat und der Alex‘ Freundin Gloria unbedingt abwerben möchte, betreibt eine sehr viel anrüchigeren Laden…

Von der Geschichte her gleichen sich Film und Musical in vielen Punkten, die Bühnenadaption ist allerdings sehr viel witziger, was vor allem an dem grandiosen Cast liegt. Bis in die kleinste Rolle hinein sind das tolle Stimmen und auch sehr gute Schauspieler. So ist die Liebesgeschichte zwischen Alex und Nick glaubwürdig und sexy, aber auch die Beziehung zwischen Gloria und Jimmy (Konstantin Busack), Harrys Neffen, einem Möchtegern-Komiker, wird sehr schön dargestellt. Harry ist allerdings mit seiner trockenen, leicht zynischen Art sehr viel lustiger als sein junger Neffe, weswegen dieser auch keine großen Erfolge feiern kann.

Vom Tanzfilm zum Tanzmusical, auch die Tanzszenen begeistern natürlich, die weltberühmte Stuhl- und Dusch-Szene fehlt natürlich genausowenig wie der berühmte Abschlusstanz, den Alex in der Tanzschule vorführt. Mit all den Stulpen und den Pullis mit Glitzerapplikationen fühlt man sich tatsächlich wieder in die 80er Jahre zurückversetzt! Dazu die tolle Musik und heraus kommt ein fantastischer Musicalspaß. Auch das wandlungsfähige Bühnenbild hat mir sehr gefallen! Alle Gespräche und auch ein Teil der Songs sind übrigens auf deutsch, nur die Dauerbrenner wie What a Feeling und Gloria sind auf englisch!

Noch bis zum 23. Dezember im Admiralspalast Berlin zu sehen, nicht verpassen: Flashdance – Das Musical! Weitere Infos, Termine und Tickets gibt es hier.

©Nicole Haarhoff

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37, eigentlich Buchhändlerin, aber meist unterwegs ins Theater, ins Varieté, zu Shows oder Ausstellungen.

Tommy Berlin

„Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe“ (Keilschrifttext, Chaldäa, um 2000 v. Chr.)

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