A Summer’s Tale – Festival für die ganze Familie bei Lüneburg

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Nachdem wir uns 2018 über einen langen, langen sonnigen Sommer und einen ebenso goldenen Herbst freuen konnten, ist nun nach einem ungemütlichen Winter tatsächlich wieder Frühling, allerdings erstmal nur laut dem Kalender. Höchste Zeit also, um sich einige Sonnenstrahlen ins Gemüt zurückzuholen, indem man in Erinnerungen an den Sommer vom letzten Jahr schwelgt! An den Festivalsommer, um ganz genau zu sein, denn 2018 durfte ich für einige Tage bei einem außergewöhnlichen Festival zu Gast sein, wie ich es zuvor noch nicht erlebt hatte:

A Summer’s Tale

Mein bisherigen Festivalerfahrungen beschränken sich auf lautstarke Rockkonzerte, eng, laut, chaotisch und biergetränkt. Eine Menge Spaß, aber nicht wirklich etwas, was man als entspannend, gemütlich oder gar familientauglich bezeichnen würde. Umso neugieriger war ich auf das Festival „A Summer’s Tale“, das mit Ganzheitlichkeit, Umweltschutz, Workshops, Lesungen und Musik für sich warb.

In der Lüneburger Heide: Luhmühlen

In schönster Natur, wo sonst Pferde Vielseitigkeit trainieren, liegt das Veranstaltungsgelände Luhmühlen, von Lüneburg aus fahren Busse, für das Festival gibt es einen extra eingerichteten Shuttle-Service, der die Besucher vom Hauptbahnhof bis zum Gelände bringt. Und sobald man das betritt, weiß man schon, dass dies ein Festival der ganz anderen Art ist: die vielen Kinder, die aufgepusteten Lazy-Boys und die sommerlichen Klamotten, es ist ein wenig, als würde man in ein riesiges Freibad eintreten. Auf der linken Seite sind auf einem großen sonnengetränkten Feld die Bühnen und Zelte für die größeren Konzerte und Veranstaltungen untergebracht. Das Gelände ist so weitläufig, das man sich niemals eingeengt vorkommt, zwischen den vielen, abwechslungsreichen Foodtrucks gibt es genug Sitzmöglichkeiten.

Die Bühnen

Am Eingang befindet sich ein riesiger Ablaufplan des Festivals und den braucht man auch! Im Laufe der Tage stand ich mehrmals vor dem großen Plan oder checkte die App, um auch ja nichts zu verpassen. Es gibt mehrere Bühnen und Veranstaltungsorte, um alles zu sehen, was einen interessiert, muss man sich einen genauen Schlachtplan zurecht legen. Für mich als Berliner Kulturtante war es besonders witzig, dass ich in Lüneburg auf dem Summer’s Tale tatsächlich endlich mal einige Künstler zu sehen bekam, die ich in Berlin immer verpasst hatte: Robert Alan zum Beispiel, der schon einige Male im BKA-Theater auf dem Spielplan stand oder Wladimir Kaminer und vor allem Shahak Shapira, dessen Vorstellungen im Admiralspalast immer schnell ausverkauft sind! Nun konnte ich sie alle endlich mal live und Open Air erleben!

Die Workshops

Neben vielen, vielen interessanten Künstlern (Musikkabarett, Kabarett, Comedian etc.) gab es auch diverse Workshops, bei denen man selbst Hand anlegen konnte. Ich gebe zu, ich habe es nicht zu allen geschafft, aber ich habe Bunte Stullen kreiert, gelernt, wie man seine Notizen mit Sketchnotes übersichtlicher macht und wie man mit seinem Handy auch als Laie schönere Fotos hinbekommt. Für die Workshops braucht man Eintrittskarten, die sind natürlich sehr beliebt. Tipp: Früh genug aufstehen und auch mal einen Workshop vor dem Frühstück machen!

Die Musik

Ich gebe es zu – die Musik war nicht ausschlaggebend für mich. Einige meiner Freunde haben wegen dem Line Up Schnappatmung bekommen, vor allem natürlich wegen Tocotronic und Mando Diao! Ich dagegen kannte einige der Bands nur vom Namen her. Aber die Abende vor der großen Musikbühne, die untergehende Sonne und die wogenden Bäume im Hintergrund – hach, die waren einfach toll. Überhaupt ist das Festivalfeeling auf dem Summer’s Tale unvergleichlich, so etwas habe ich noch nie erlebt. So friedlich, freundlich und sommersonnengeküsst, man kann gar nicht anders, als die Tage in vollen Zügen zu genießen. Ich habe viel gelernt, zum Beispiel bei tollen Vorträgen wie der eines Wolfsexperten oder der von einem Mann, der monatelang mit den Hobos in den USA auf Güterzügen durchs Land fuhr. Ich habe viel gelacht, bei der Buchvorstellung von Wladimir Kaminers (damals) neuem Buch zum Beispiel oder bei Shahak Shapiras Erstkontakt mit Kindern (er hatte Angst). Ich habe super, superlecker gegessen, die Foodtrucks waren so abwechslungsreich, da war wirklich für jeden etwas dabei. Die Schlangen waren auch nicht zu lang, dafür war die Auswahl einfach zu groß. Nur am Frozen-Yoghurt-Stand und am Eisstand gab es manchmal, je nach Temperatur und Tageszeit, riesige Warteschlangen, die aber emsig abgearbeitet wurden.

Die Unterbringung

Wie bei jedem Festival ist auch beim Summer’s Tale Camping angesagt, allerdings weitaus sauberer, schicker und umweltfreundlicher als ich (und der normale Rockfestival-Leidgeplagte) es so kennen. Es gibt einen Gepäckshuttle, es gibt säuberliche Wege, saftige grüne Wiesen, friedliches Miteinander. Man kann sein eigenes Zelt aufstellen oder sein Wohnmobil mitbringen oder man geht ganz auf Nummer Sicher und mietet sich eins, das dann bereits fertig aufgestellt auf den ratlosen Anti-Camper wartet. Es gibt ein Frühstückszelt, aktuelle Zeitungen und Zeitschriften, sowie abschließbare Fächer für alles Wertvolle. Außerdem einen EC-Automaten und natürlich eine Ladestation für das Smartphone! Man kann also getrost von einem komfortablen Festivalerlebnis ausgehen, hier wurde wirklich an alles gedacht!

Das Summer’s Tale 2019

Auch im Jahr 2019 gibt es wieder ein grandioses Programm voller Vorträge, Lesungen, Musik und Special Acts. Ich bin sicher, da ist für jeden etwas dabei! Und wer zu oft an den Food Trucks steht, keine Sorge, es gibt auch jede Menge sportlicher Aktivitäten, vom Kanu fahren über Karate bis zum Yoga für die ganze Familie. Termin ist dieses Mal der 1. bis 4. August und wer sich noch ein paar Tage davor oder danach frei hält, der sollte wirklich einen Kurzurlaub in Lüneburg dazu planen, die kleine Stadt ist wunderschön und lädt zum Entdecken ein. Weitere Informationen und Tickets für das Summer’s Tale 2019 findet ihr hier. Falls ihr noch nicht vollkommen überzeugt seid, habe ich noch eine kleine Bildergalerie zusammengestellt, die Lust auf mehr macht:

©Nicole Haarhoff

 

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37, eigentlich Buchhändlerin, aber meist unterwegs ins Theater, ins Varieté, zu Shows oder Ausstellungen.

Tommy Berlin

„Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe“ (Keilschrifttext, Chaldäa, um 2000 v. Chr.)

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