Ball im Savoy – Komische Oper Berlin

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Dagmar Manzel ist die Königin! Die Königin der Komischen Oper. Königin der Operette. Vielleicht sogar Königin von Berlin, wer weiß. Gestern Abend habe ich endlich, endlich die Peter Abraham-Operette „Ball im Savoy“ gesehen, die Barrie Kosky selbst als sein wichtigstes Stück bezeichnet, an dem der Rest gemessen wird. Und das will etwas heißen, macht er doch grandiose buntschillernde Abende am laufenden Band. Ich liebe seinen Stil, seine etwas vulgäre Erotik uns die opulenten, fantasievollen Kostüme und das alles immer ein bißchen mehr ist, ein bißchen krasser, ein bißchen bunter, ein bißchen sexier und mit etwas mehr Glitter! Aber der Reihe nach:

Eine einjährige Hochzeitsreise haben sich der Marquis Aristide de Faublas (Christoph Späth) und seine frischangetraute Madeleine (Dagmar Manzel) geleistet. Um die ganze Welt sind sie geflittert und nun kommen sie mit viel Pomp und Party zurück nach Nizza. Die Hausangestellten Archibald und Bebe (Peter Renz und Christiane Oertel) haben sie schon sehnsüchtig erwartet, in den Händen bergeweise Depeschen, die auf Beantwortung warten. Und schon wird das junge Glück gestört: Aristide lässt einen Brief verdächtig schnell verschwinden. Und Madeleine wittert ein Geheimnis besser als jeder Spürhund.

Auftritt Daisy Darlington, ihres Zeichens Madeleines beste Busenfreundin und professionelle artistische Bluesjodlerin. Ihre Enthüllung, dass sie unter dem männlichen Pseudonym „Jose Pasodoble“ Erfolge als Jazzkomponist feiert, verrät Madeleine, dass sie mit ihren Verdächtigungen Recht hatte! Ihr Mann trifft offensichtlich nicht seinen „guten alten Freund“ Pasodoble auf dem Ball im Savoy. Warum eilt er also dort hin, auf Geheiß einer geheimnisvollen Depesche? Da kann doch nur eine Frau dahinterstecken!

Während Aristide gemeinsam mit seinem Freund, dem türkischen Attache Mustafa Bay (Helmut Baumann), eine wilde Nacht in Anlehnung an ihre früheren Junggesellen-Abenteuer plant, heckt seine Frau ihre Rache aus: auf dem Ball will sie es ihm mit gleicher Münze heimzahlen und ebenfalls eine Affäre haben! Auge um Auge!

Was wäre eine Operette ohne ein schönes Happy End? Aber davor gibt es natürlich noch diverse Hürden zu überwinden, Tänze zu tanzen und Lieder zu singen! Und mein Gott – es ist so gut! So ein Spaß! Ein mehr als dreistündiges Feuerwerk von schmissigen Liedern, Musik die in die Beine geht, fabulösen Kostümen und Hauptdarstellern, die mit Körper und Seele spielen!

Ob Dagmar Manzel als eifersüchtige und stolze Madeleine, in die am Ende des Abends wohl jeder verliebt ist, weil sie einfach so wunderbar ist, witzig, schlagfertig und doch verletzlich. Oder die wunderbare Katherine Mehrling als heiße, erotische, furchtlose Daisy Darling! Die Damen hielten an diesem Abend eindeutig Krone und Zepter in der Hand! Obwohl natürlich auch Christoph Späth als liebevoller, manchmal etwas fehlgeleiteter Aristide überzeugt und Helmut Baumann als sechsfach verheirateter (und geschiedener) Charmeur, dem die Frauen zu Füßen liegen. Ganz zu schweigen von Peter Renz und Christiane Oertel, die eines der schönsten Liebeslieder des Abends singen.

Ich bin auf einer Operettenwolke der Glückseligkeit nach Hause getanzt! Ball im Savoy muss man einfach sehen! Eine Perle. Ach was, eine Perlenkette mit passenden Ohrringen!

Am 16. Juni ist eure letzte Chance, Ball im Savoy in der Komischen Oper Berlin zu erleben! Aber auch sonst lohnt sich ein Blick in den Spielplan, der neuste Streich „roxy und ihr Wunderteam“ mischt nämlich gerade die Berliner Kulturszene auf! Überall wird darüber gesprochen, ich bin schon wahnsinnig gespannt!

©Nicole Haarhoff, Bild:Ico Freese, Komische Oper Berlin

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37, eigentlich Buchhändlerin, aber meist unterwegs ins Theater, ins Varieté, zu Shows oder Ausstellungen.

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