Don Quichotte – Comédie héroïque in fünf Akten – Deutsche Oper Berlin

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Wonach sucht ihr euch aus, welche Oper ihr euch anschauen möchtet? Nach Inhalt und Thema? Nach der Musik, der musikalischen Leitung? Oder schaut ihr vielleicht einfach alles, was das Opernhaus eures Vertrauens euch zeigt? Ich habe jedenfalls gerade zum ersten Mal überhaupt, ein Stück geschaut, weil ich so unheimlich neugierig war, wie es inszeniert wurde:

An der Deutschen Oper Berlin hat der schwedische Regisseur Jakop Ahlbom sein Operndebüt gegeben! Und Jakop Ahlbom kannte ich bisher nur wegen seines Stücks „Horror„, das ich mit viel Begeisterung im Admiralspalast gesehen habe. Als enthusiastischer Horrorfan war ich mit großen Erwartungen in das Stück gegangen und bin absolut geflasht wieder rausgekommen. Ein großes Fantasiefeuerwerk, großartig umgesetzt und dargestellt. Demzufolge war ich natürlich sehr erfreut, als ich gelesen habe, dass er die Oper „Don Quichotte“ an der Deutschen Oper inszenieren würde:

Graue Wände, graue Anzüge, graue Gesichter. Mein erster Gedanke ist: Kantine. Im Hintergrund kann man durch die Fenster Baumwipfel eines großen Waldes erkennen. Die Menge umschwärmt die schöne Kellnerin Dulcinée (Clémentine Margaine in trister Uniform mit Gesundheitsschuhen), besonders ihre vier dandyhaften Liebhaber umgarnen und umkosen sie. Don Quichotte (Alex Esposito in Ritterrüstung) hat seinen großen Auftritt, auf seinem treuen Pferd Rosinante/seinem treuen Gefährten Sancho (Seth Carico cowboymäßig und mit Hufen) reitet er heroisch in die Menge und verteilt großzügig Geld unter den Anwesenden. Diese feiern ihn enthusiastisch, die Liebhaber der Dulcinée dagegen verspotten ihn und auch seine Angebetete selbst behandelt ihn eher nachsichtig-spöttisch als liebevoll.

Der verliebte Träumer Don Quichotte bemerkt davon natürlich nichts, in wahrer Heldenmanier macht er sich auf, um seiner geliebten Dulcinée eine gestohlene Halskette von einer fiesen Räuberbande zurückzuerobern.  Gemeinsam mit seinem treuen Sancho erstürmt er den finsteren Wald, nachdem er vorher gegen Riesen kämpfte und sie siegreich hinter sich ließ. Auch gegen die Räuber weiß er sich durchzusetzen und wider aller Erwartungen kehrt er siegreich und mit dem Schatz in der Hand zurück zu seiner Geliebten. Diese ist derweil zwar recht gelangweilt von ihren Liebhabern und ihrem Leben im Allgemeinen, aber den verspotteten und verlachten Don Quichotte will sie dann auch nicht erhören…

Und ich bin am Ende zwar ein wenig traurig mit dem guten Helden Don Quichotte, so wunderbar dargestellt von Alex Esposito, aber die Inszenierung war einfach wundervoll! Voller Überraschungen, mit Artisten, Zaubertricks und sogar ein klein wenig Grusel, der mich an „Horror“ erinnerte. Musik und Gesang waren natürlich sehr gut, aber diese sehr fantasievolle und unübliche Präsentation war es, die mich absolut begeistert hat!

Sehr zu empfehlen, in der nächsten Spielzeit wieder in der Deutschen Oper Berlin zu sehen.

©Nicole Haarhoff

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37, eigentlich Buchhändlerin, aber meist unterwegs ins Theater, ins Varieté, zu Shows oder Ausstellungen.

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