Arise – Friedrichstadt-Palast

Unheimlich freundlich

Der Friedrichstadt-Palast hat den Anspruch, das freundlichste Theater von Berlin zu sein. Und was soll ich sagen, bei meinem Besuch haben sie diesem Ruf auf jeden Fall alle Ehre gemacht. Von der Theaterkasse über die Leute, die mich durch den Metalldetektor geleitet haben, über die Barmitarbeiter bis hin zur Toilettendame – alle waren geradezu unheimlich freundlich und aufmerksam. Die böse Berlinerin in mir fragt sich, ob es im Pauseraum wohl Stimmungsaufheller für alle gibt? Oder wird da einfach etwas so richtig richtig gemacht?

Superlative

Aber zur Show! Wer in den Friedrichstadt-Palast kommt, der erwartet Superlative. Das Größte, das Beste, das Schönste. Und kann der Palast das wieder und wieder bieten? Wenn man schon drei verschiedene Shows hier gesehen hat? Oder fünf? Oder zehn?

Die Antwort ist immer ja. Jede positive Bewertung ihrer Shows scheint der Palast zum Anlass zu nehmen, etwas noch Besseres zu erdenken, etwas noch Bunteres und noch Aufregenderes. Und so muss auch das noch so verwöhnte Berliner Auge zugeben, dass da wieder etwas ganz Besonderes geboten wird.

Die Story von Arise, die sich wie ein roter Faden durch den Abend zieht: der erfolgreiche Fotograf Cameron (Mark van Beelen) steckt in einer schweren Krise. Seine Muse (Kediesha McPherson) hat ihn im Stich gelassen und ganz egal, welche Schönheit ihm vor die Linse kommt, er kann einfach keine Bilder mehr machen. Bevor er in einer tiefen Depression versinken kann, eilen ihm jedoch Zeit (Olivier St. Louis) und Licht (Tertia Botha) zur Hilfe und sorgen dafür, dass er seinen besonderen Blick wiederbekommt, auch wenn er die Zeit zunächst als seinen Feind ansieht, da sie ihm anscheinend ständig nur so durch die Finger rinnt. 

Arise

Für die Live-Musik des Abends sind Cameron selbst, das Licht, die Zeit und die Muse zuständig. Für die schönste Mädchen-Beinreihe mit insgesamt 44 Beinen, die bis in den Himmel ragen und für die Tanzeinlagen ist das hervorragende Ballett des Palast zuständig. Die sind wie immer alle makellos, begabte Tänzer und Tänzerinnen die von innen und außen strahlen. Manchmal ist man als Zuschauer regelrecht überfordert, bei all dem, was auf der Bühne geschieht, weiß man gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll. Die Kostüme sind wieder Mal ein absoluter Hammer, ein Hingucker jedes einzelne. Und ein weiterer Superstar des Abends ist natürlich die berühmte Bühne des Friedrichstadt-Palast, die scheinbar einfach alles kann, sich drehen, kippen, in die Höhe gehen, in den Hintergrund verschwinden und Wasser gibt es natürlich auch, es sprudelt nur so und bietet die Möglichkeit, vor eines der schönsten Tableaus des Abends, eine komplette Unterwasserwelt mit Fischen, Korallen, Seepferdchen und lebendigen Seerosen!

Angstschweiß

Und die Artisten. Die Artisten! Kennt ihr das Gefühl wenn ihr eine artistische Vorstellung von so viel Wagemut und Können seht, dass euer Herz bis zum Hals schlägt? Euer Adrenlin pumpt, eure Handflächen feucht werden und ihr wisst nicht, ob ihr euch wünschen sollt, dass es bald vorbei ist, weil ihr solche Angst habt? Oder ob es ewig weiter gehen soll? Obwohl ihr es gar nicht seid, dort in schwindelerregender Höhe Pirouetten und Saltos dreht, dabei fröhlich lächelnd, obwohl das ganze Publikum erschrocken den Atem anhält? Kennt ihr das Gefühl? Nein? Naja, dann müsst ihr in den Friedrichstadt-Palast gehen und euch Arise anschauen.

Ein wenig WOW

Arise, die Show der Superlative, das Must-See für alle Berliner und Berlinbesucher könnt ihr noch bis mindestens Ende des Jahres erleben, eure Tickets könnt ihr hier kaufen. Wenn ihr ein bißchen WOW in eurem Leben braucht und mit vollem, glücklichen Herzen nach Hause gehen möchtet, schaut euch Arise an. Ein absolutes Fest für Augen und Ohren!

©Nicole Haarhoff

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Berlinerin mit Herz und Seele, auch wenn ich einstmals zugezogen bin! In den Theatern und Veranstaltungsorten meiner Stadt fühle ich mich am wohlsten.

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