The Mirror – Gravity & Other Myths (GOM)

First things first: im Chamäleon Theater wird wieder gespeist! Die Corona-Sperre ist gefallen und man kann auf der kleinen aber feinen Speisekarte zum Beispiel den würzigen Eintopf vom Weiderind oder einen großen Salat mit Curry Hähnchen wählen. Keine verzweifelte Suche nach einem freien Plätzchen am überfüllten Hackeschen Markt mehr, stattdessen gemütliches Ankommen im schönen Theatersaal.

„The Mirror“ – Gravity & Other Myths

Aber nun gleich weiter zum Höhepunkt des Abends, der neuen Show „The Mirror“ der australischen Compagnie Gravity & Other Myths, die bereits 2019 mit „Out of Chaos“ imponiert haben, meinen Bericht dazu findet ihr hier.

Altmodischer Zirkus

Just am Vormittag hat mich lustigerweise jemand, eine Chamäleon-Jungfrau, nie dort gewesen, gefragt was man dort erwarten kann. Zirkus? So mit Tieren? Hm, nein, keine Tiere, nur Menschen. Gibt es Clowns? Ähm, nein, auch keine Clowns. Und im Nachhinein muss ich mich selbst nun verbessern und sagen: Es gab die berühmte Runde durch die Arena der tänzelnden Tiere, komplett mit dem Reiter der auf dem Rücken zweier Pferde balanciert. Habt ihr das Bild vor Augen? Und nun stellt es euch statt mit prächtigen Pferden, mit majestätischen Elefanten und mit gefährlichen Raubkatzen eben mit schlanken jungen Männern in tigerstriped Unterhöschen vor. Schwer vorstellbar? Nun ja, man muss es schon selbst sehen um es zu glauben. Und die Clowns? Gab es tatsächlich nicht. Aber es gab sehr viel zu lachen. Es war also im Endeffekt guter alter Zirkus, nur eben das neun Artisten und ein Sänger alle Rollen übernommen haben.

Sänger oder Messias?

Mit sanfter Stimme umschmeichelt und verführt der Sänger Ekrem Eli Phoenix die neun Körperkünstler auf der Bühne und sie umschwirren und bewundern ihn wie einen Kultführer. Er wandelt auf ihren Rücken und wird von ihnen wie auf einem Thron platziert. Mit Hilfe beweglicher schwarzer Vorhänge entstehen immer neue Szenen, Bilder, Einblicke, die überraschen und begeistern. Aus Körpern entstehen Pyramiden, entstehen Türme und Brücken, dann brechen sie auseinander und formen sich neu. Die schiere Beweglichkeit und Schnelligkeit der Akteure, die Kraft und Ausdauer, sind wahnsinnig beeindruckend. Mithilfe von Licht, Schatten und auf der Bühne zum Einsatz kommender Kameras entsteht ein echtes Kunstwerk vor unseren Augen.

Performer: Lachlan Binns, Jascha Boyce, Emily Gare, Lisa Goldsworthy, Simon McClure, Dylan Phillips, Lewis Rankin, Martin Schreiber, Maya Tregonning.

Da kommt was auf euch zu

Atemberaubend! Große Empfehlung für diesen grandiosen New Circus-Abend. Weitere Termine gibt es noch bis Ende Oktober, Tickets und Informationen gibt es hier. Und danach kann jeder der es bisher verpasst hat, nochmal das Stück „Out of Chaos“ genießen und zwar dann bis zum Ende des Jahres 2022. Gleich notieren! Wer dann immer noch nicht genug von New Circus und Akrobatik hat, dem sei schon mal die Gastspielreihe „Play“ ans Herz gelegt, die dann Anfang des Jahres 2023 beginnt. Ich werde dazu nochmal einen eigenen Artikel schreiben, denn all die Informationen bekomme ich hier nicht mehr unter, das wird WILD!

©Nicole Haarhoff ©Bilder: Andy Phillipson

Allgemein New Circus

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Berlinerin mit Herz und Seele, auch wenn ich einstmals zugezogen bin! In den Theatern und Veranstaltungsorten meiner Stadt fühle ich mich am wohlsten.

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