The New Crazy Queens – Eine Dame werd‘ ich nie – Theater O-TonArt

Am Samstag war ich mal wieder im kleinen und feinen Theater O-TonArt, dem Hoftheater für königliche Unterhaltung. Ich hatte die Crazy Queens oder zumindest eine Queen oder eine ehemalige Queen, ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, mal bei Jurassica Parka in ihrer Late Night Show im BKA-Theater gesehen und sie war mir als sympathisch in Erinnerung geblieben, daher wollte ich die Show nicht verpassen und bin ohne weitere Vorkenntnisse ins Theater gekommen. Der kleine Vorraum war vollgepackt mit Freunden und Bewunderern von Diva Chou Chou Lafontaine und als die Dame selbst herauskam, um sich huldigen zu lassen, da gab es ringsherum Küsschen und Umarmungen. Der Theatersaal war dann auch proppenvoll bis auf den letzten Platz.

Ich weiß gar nicht, was ich eigentlich erwartet hatte. An Travestieshows kann ich schon auf einige Erfahrungen zurückblicken, ich war im La Vie en Rose auf dem ehemaligen Flugahfen Tempelhof und im Theater im Keller in Neukölln, aber eine solche Show wie sie die New Crazy Queens auf die Bretter bringen, habe ich noch nicht gesehen!

Chou Chou Lafontaine, Jessica Hart und Tamara InLove zünden genau das Kostümfeuerwerk, das sie in ihrer Werbung auch versprechen. Ein Kostüm ist ausgefallener, beeindruckender und fantasievoller als das andere. Ich habe mir sagen lassen, Diva Lafontaine designt und erarbeitet die größtenteils selbst! Von wagenradgroßen Federhüten bis hin zur perfekten Sissi-Inszenierung mitsamt langer Blumenkrone ist da wirklich alles dabei. Und dazu singt Jessica Hart live, während die anderen zu toll ausgesuchten Schlagern und Pophits um ihr Leben lipsyncen! Es war unheimlich witzig und das Publikum ging begeistert mit! Es wurde geschunkelt, gesummt und gesungen, jedes neue Kostüm wurde beooht und beaaht. Insgesamt ein toller, sehr lustiger und mitreissender Abend in warmer, herzlicher Atmosphäre.

Ihr findet die Crazy Queens auf Facebook oder hier, das aktuelle Programm des immer wieder schönen und überraschenden O-Tonart gibt es hier.

©Nicole Haarhoff

 

 

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Fly, Edith, Fly – Ades Zabel & Company, BKA-Theater

Eigentlich bin ich ja eher eine Feindin von Schlagern. Wenn aber Edith Schröder und ihre Freundinnen auf der BKA-Bühne stehen, dann ist das der einzige Moment, in dem ich Schlagermucke nicht nur ertrage, sondern sogar fröhlich mitwippe! Sogar mitschunkeln und mitklatschen ist manchmal drin. Ich frage mich, woher ich die Lieder eigentlich kenne, obwohl ich seit jeher keine Schlager mag? Aber irgendwie saugt man die anscheinend auf, auch gegen seinen Willen. Und Ades Zabel & Company nehmen die nervigen Ohrwürmer und machen witzige Kracher daraus!

Für alle, die Edith Schröder noch nicht kennen, hier ein kleiner Crashkurs: Edith Schröder (Ades Zabel) ist eine Hartz8-Empfängerin aus dem schönen Neukölln. Sie trägt schrille Kik-Klamotten, lacht dreckig und trinkt gerne Futschi. Ihre allerbesten Busenfreundinnen sind Jutta Hartmann (Bob Schneider), die im Vorderhaus eine Kneipe betreibt und Brigitte Wuttke (Biggy van Blond), die eine Leggings-Boutique besitzt. Die drei Neuköllner Damen sind seit ewigen Jahren gute Freundinnen und Saufkumpaninnen. Jutta und Brigitte sind recht rege und erfolgsorientiert, immer wieder mal haben sie eine brandneue Idee, um sich in der Neuköllner Hipsterschwemme zu behaupten. Edith dagegen interessiert sich vor allem für Futschi (River Cola und Chantre, im Verhältnis 20:80) und schwankt bei den Abenteuern ihrer Freundinnen fröhlich immer mal wieder in den Weg.

Im neusten Abenteuer der drei feschen Mädels steht Berlins größte Bauruine im Mittelpunkt: der BER. Der ist gleich von doppelter Bedeutung für unsere Edith, denn erstens hat sich ihre beste Freundin Jutta einfach auf und davon gemacht, nach Malle! Um am Ballermann eine Schlagerkneipe zu eröffnen! Ohne Edith Bescheid zu sagen!! Und zweitens zieht es Brigitte hinaus zum BER, denn dort will sie nach der Eröffnung eine Filiale ihrer Leggings-Boutique eröffnen und schon mal zur Probe einziehen. Edith soll als Probekundin mitkommen und so stolpern die beiden Grazien bald auf High Heels durch die endlosen leeren Hallen. Lange hält es Edith aber natürlich in keinem Job aus und stattdessen macht sie sich mit Zufallsbekanntschaft Horst (Roman Shamov) in seinem klapprigen Flugzeug auf nach Mallorca, um die abspenstige Jutta wieder zurück an den heimischen Biertresen zu holen.

Die neuste Folge der zeit-und schrankenlosen Neuköllnsaga um Edith Schröder und ihre schrillen Freundinnen besticht mit vielen tollen Videoeinspielungen, mit grandiosen Polyesterkostümen, Dirndls, Schlagern und haufenweise Diskoschnee. Es wird gesoffen, geblasen, geschnieft und gelacht, was das Zeug hält. Ein unglaublicher Spaß für Fans und Möchtegern-Fans, die das Ungewöhnliche lieben. Werft euch in eine krassbunte Bluse mit Glitzerapplikationen, holt euch was von der Bar und bewundert die Dancemoves von Ades, Bob und Biggy, Biggys berühmte endlose Beine in Leopardenprint und kommt mit nach Malle an den Ballermann! Futschi für alle!!

Bernd Mottl Regie
Sven Ihlenfeld Musikarrangements, Sound- und Videodesign
Jörn Hartmann Graphik & Filmeinspieler
Jenny Dechêne Ausstattung & Kostüm
Moritz Piefke Choreographie & Requisiten
Josep Maria Jorda Lichtdesign

Weitere Termine im Juli, Ende August und dann den ganzen September über! Informationen und Tickets bekommt ihr hier. Besonderes Schmankerl, besonders geeignet für Neu-Fans und Neugierige: Am 30. Juli gibt es ein Open Air, in der Hasenheide, „Edith Sommernachtstraum“ mit Best of the Best aus vielen Jahren Ades Zabel & Company! Und Vorband ist niemand anders als Kaiser & Plain, Schwärmereien findet ihr hier und hier. Geht hin, schaut es euch an, lasst euch überzeugen, habt ganz viel Spaß!

©Nicole Haarhoff

 

Darauf freue ich mich: Kulturmärz in Berlin… und Potsdam!

Endlich die ersten Sonnenstrahlen! Der Frühling kommt, ich bin endlich meine Erkältung los und die Theater von Berlin haben ihre Spielpläne frühlingsfrisch poliert und bieten einen Knaller neben dem anderen an. Ich kann mich kaum entscheiden, wo ich zuerst hingehen will! Hier eine kleine Auswahl von den Stücken, auf die ich mich im März ganz besonders freue:

Am 25. Februar feiert in der Komödie am Kudamm „Alles muss glänzen“ Premiere, eine Untergangs-Komödie, die von Ilan Ronen inszeniert wird, der zuvor bereits der Regisseur von „Eine Familie“ war, ebenfalls am Kudamm, ein grandioses, herzzerschmetterndes Stück, das mich zutiefst beeindruckt hat. Maria Furtwängler wird hier in ihrer ersten Theaterhauptrolle als singende, besenschwingende Übermutter zu sehen sein!

Ein Doppelpack David Kaiser gibt es im März zu bewundern, brandneu und taufrisch. Einmal gemeinsam mit seiner reizenden Partnerin in Crime, Virginia Plain, mit ihrem neuen gemeinsamen Programm „Liebe in Zeiten von so Lala„. Premiere ist am 1. März im BKA-Theater. Und dann wandelt David Kaiser auf Solopfaden, am 10. März feiert er mit seinem Musikabend „Abgeschminkt“ im Theater O-TonArt Premiere. Die passende Verlosung für Glücksritter gibt es übrigens hier.

Am 15. März mache ich einen Ausflug: statt in Berlin bin ich mal wieder in Potsdam unterwegs, ich besuche zum ersten Mal überhaupt den Nikolaisaal, weil dort die Tributeshow „Whitney – One Moment in Time“ mit der umjubelten Nya King als Whitney Houston stattfindet. In Berlin macht diese sicher tolle Show keinen Halt auf ihrer Tournee, daher pilgere ich dafür doch gern nach Potsdam!

Im Wintergarten Varieté wartet die nagelneue Show „Like Berlin“ auf euch, aber auch bei den Spotlights, also den einmaligen Sondervorstellungen, gibt es lauter Bonbons. Zum Beispiel Sheila Wolfs „Vaudeville Variety Burlesque Revue„. Am 19. März bereits zum 5. Mal bringt die bekannte Berliner Diva die Schönsten, Besten, Heißesten, Krassesten, Besondersten der Branche zusammen auf eine Bühne und fackelt die Hütte ab. Ein Fest für alle Sinne! Nicht verpassen! Und nicht zu lange warten, denn die Tickets gehen weg wie heiße Semmeln.

Am 29.03. schließlich habt ihr nochmal die Möglichkeit ein großartiges Stück im Renaissance Theater zu sehen, das ich euch sehr empfehlen kann. In dem Chanson-Musical spielt und singt sich Antonia Bill als „Das kunstseidene Mädchen“ Herz und Seele aus dem Leib. Ein Augen und Ohrenschmaus, mein ausführlicher Bericht hier, Karten und Infos hier.

© Nicole Haarhoff

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Darauf freue ich mich:

Nachdem ich das Jahr 2017 mit einer Erkältung eingeläutet habe, bin ich nun endlich wieder fit und freue mich auf viele tolle neue Veranstaltungen in Berlin! Und es gibt auch unglaublich viel zu erleben. Alle Häuser haben ihre Spielpläne herausgeputzt und man kann sich kaum entscheiden, wo man zuerst hingehen möchte.

Hier habe ich eine kleine Auswahl herausgepickt. Das sind Veranstaltungen, die ich in nächster Zeit besuchen möchte, von denen ich mir sehr viel verspreche und die ich euch schon im Vorraus ans Herz legen möchte. Eine komplette Auflistung soll/kann es natürlich nicht sein, nur meine persönlichen Highlights.

Ab dem 20. Januar gibt es in meinem allerliebsten Prime Time Theater eine neue Folge von GWSW! „Kalle – Umwege zum Glück„.

Ab dem 24. Januar ist die weltberühmte Rhythmusgruppe Stomp in Berlin und zwar im schönen Admiralspalast. Ob Mülltonnen, Besenstiele oder Fingerschnipsen, man kann mit allem Töne erzeugen. Ich habe die Show noch nie live erlebt und bin schon wahnsinnig gespannt! Nur wenige Termine!

Ab dem 31. Januar wird es dann magisch! Neun der besten Magiere und Illusionisten haben sich zusammengefunden und haben gemeinsam eine nie dagewesene Sensationsshow auf die Beine gestellt. Ebenfalls im Admiralspalast: The Illusionists.

Am 14. Februar ist Valentinstag! Und die wunderbare Ikenna, ihres Zeichens Berlins eigene Whitney Houston, gibt ein Konzert im wunderbaren Wintergarten Varieté. Einen romantischeren Abend gibt es wohl kaum.

Und ab dem 24. Februar gibt es dann im Wintergarten Varieté eine nigelnagelneue Artistikshow! Thema ist unsere Lieblingsstadt Berlin und es verspricht wieder mal ein Knaller zu werden.

In meinem liebsten Artistiktheater, dem Chamäleon, gibt es ab dem 25. Februar ebenfalls eine neue Show. Die australische New Circus Truppe „Scotch & Soda“ bringt atemberaubende Artistik und Jazz zusammen.

Es gibt also unheimlich viel, worauf man sich freuen kann!

©Nicole Haarhoff

 

 

Ades Zabel & Company – Mit Edith Schröder ins Jahr 2017 – BKA-Theater

Ich bin ja der Meinung, dass Ades Zabels dreckig-mitreissende Lache offiziell zum Berliner Kulturgut erklärt werden sollte. Sie ist eindeutig (mit) das Beste an den Shows der wilden Weiber von Neukölln! Wenn Ades, beziehungsweise wenn Edith Schröder in ihren farbenprächtigen und leicht entflammbaren Kik-Klamotten auf die Bühne stöckelt, dann weiß man als wahrer Fan bereits, dass man sich auf einen Abend voller Futschiexzesse, fragwürdiger Kleidungsstücke und mit Inbrunst vorgetragene Discoknaller freuen kann.

Die Protagonisten sind altbekannt: Edith Schröder (Ades Zabel), ihres Zeichens Hartz8-Empfängerin, Vollblut-Neuköllnerin, Hausfrau, Futschitrinkerin. Ihre Freundinnen sind Kneipenbesitzerin Jutta Hartmann (Bob Schneider) und Brigitte Wuttke (Biggy van Blond), die Besitzerin einer Leggings-Boutique und eines unfehlbaren Stilgefühls ist. Gemeinsam sind die drei Grazien immer auf der Suche nach einem Schnäppchen oder im Kampf gegen die Wirren der Gentrifizierung ihres Lieblingskiezes Neukölln. Gestählt werden sie dabei von Schnaps (Futschi), Prosetscho (Billigwein im Soda Max aufgeschäumt) und Leggings im Leopardenlook. Gemeinsam staksen sie hinüber ins Jahr 2017 und nehmen das Publikum mit in ihre verrückte Welt.

Live machen Ades Zabel und Company immer noch am allermeisten Spaß, aber neuerdings gibt es auch einen Film! „Ediths Glocken“ heißt der und ist der Film zum BKA-Klassiker „Wenn Ediths Glocken läuten“, dem Weihnachtsstück der wilden Weiber. Edith mal tatsächlich in ihrer Wohnung in der Nogatstraße zu sehen war einfach toll! Und Biggys Boutique! Der harsche Humor und die Chemie zwischen den „Freundinnen“ geht nicht verloren und der Film macht einfach Spaß! Für Fans und für die, die es noch werden wollen! Am besten Ades Zabel & Company live im BKA genießen und danach in ihrem Bauchladen einkaufen. Dann bekommt man auch gleich noch ein Autogramm auf die Filmhülle.

Im Januar kann man“Hallo 2017″ noch einige wenige Male erleben, also ranhalten! Und wer dann noch nicht genug hat, kann Ades‘ und Biggys Late Night Show besuchen und Mitte Februar gibt es dann wieder „Die wilden Weiber von Neukölln“! Spielplan und Tickets gibt es hier.

 

From Moskow to Berlin, Deutsch-Russische Travestie Gala, Wintergarten Varieté

Auf fünfundzwanzig Jahre Städtefreundschaft blicken Berlin und Moskau zurück. Und deswegen und auch trotz und gerade wegen der Schwierigkeiten, denen LGBTQs sich seit den neuen Gesetzen von 2013 in Russland ausgesetzt sehen, feiert der Wintergarten eine große Travestie-Gala mit Pomp, Glitter, grandiosen Roben und viel Musik.

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Ikenna Amaechi

Die besten Entertainer von Berlin treten an und aus Moskau kommt die bekannteste Drag Queen Russlands: Zaza Napoli. Begleitet wird sie von Asya Aseeva aus Kasachstan, sie beide sind zum ersten Mal Gast in Berlin. Zunächst betritt aber eine der Hauptorganisatorinnen des deutsch-russischen Abends die Bühne: Ikenna Amaechi, die wunderbare Berliner Version der leider viel zu früh verstorbenen Whitney Houston. Ich konnte sie leider niemals live erleben, aber mit Ikenna hat man als Berliner quasi The Next Best Thing in allernächster Nähe! Ihre Stimme ist einfach wunderbar und sie singt die zeitlosen schönen Lieder der RnB und Soullegende, so dass man glauben könnte, die Diva stehe selbst auf der Bühne. Vom Aussehen her ähnelt Ikenna der Houston ebenfalls, allerdings der makellosen Whitney, als sie auf der Höhe ihrer Karriere war, lange vor Bobby Brown.

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Jack Woodhead

 

Jack Woodhead habe ich mittlerweile zu den verschiedensten Anlässen erleben dürfen, zum Beispiel natürlich bei meiner Lieblingsshow „Der helle Wahnsinn“, für die er nicht nur auf der Bühne stand, sondern auch alle Lieder schrieb (!) und beim Trip, gemeinsam mit dem unglaublichen Gummimenschen David Pereira. Mr. Woodhead ist immer laut und schrill und frech und witzig und ganz im Allgemeinen fabelhaft. Ob er nun Schwänke aus seinem Sexleben erzählt oder  anzügliche Lieder schmettert – er ist immer wunderbar!

Sheila Wolf habe ich erst vor kurzem zum ersten Mal live erlebt, sie hat im Tipi am Kanzleramt die grandiose Vaudeville Variety Burlesque Revue auf die Beine gestellt. Die nächste Ausgabe dieser wunderbaren Show wird im Wintergarten Varieté stattfinden! Ich bin schon sehr gespannt. Sheila ist ein Garant für clevere, hintergründige Burlesque-Szenen. Ob ein sexy Popeye mit Sushi oder eine wandelbare Mona Lisa…

Zaza Napoli betört sowohl mit russischen Popsongs als auch mit ihren selbstgenähnten und sehr extravaganten Abendroben. Gelernter Schneider – das sieht man!  Und auch Kollegin Asya Aseeva besticht mit schönen Kleidern, während Cristina aus Amsterdam vor allem eines hat: eine gewaltige Stimme!

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Zaza Napoli

Ich gebe zu: ich kannte sie vorher nicht. Aber im Publikum erhebt sich wildes Schreien und Klatschen, als Cristina angesagt wird. Kein Wunder, sie hat nicht nur eine unglaubliche Bühnenpräsenz und eine lockerleichte Art, ihre Zuseher um den kleinen Finger zu wickeln, sie hat auch eine schöne, volltönende Stimme, mit der sie die bekanntesten und beliebtesten Zarah Leander Hits schmettert. Bald singt der ganze Saal mit!

Insgesamt ein toller Abend, abwechslungsreich, bunt und fröhlich. Leider musste ich etwas früher gehen und konnte das große Finale nicht erleben – aber um 23 Uhr musste ich einfach die Segel streichen, immerhin musste ich am nächsten Morgen wieder früh raus.

Auf jeden Fall sollte jeder unbedingt einen Blick auf das Programm des prächtigen Wintergarten Varieté werfen, hier. Ende des Monats kann man den allerletzten Trip mit David Pereira erleben. Nächsten Monat gibt Ikenna ein ganzes Konzert! Am 29. November, gleich rot im Kalender anstreichen! Und im nächsten Jahr kommt gar Cristina aus Amsterdam für einen ganzen Zarah Leander Abend nach Berlin.

 

Sebastian Böhm – Waschen, Schneiden, Talken – BKA Theater

Das BKA-Theater am Mehringdamm hat eine neue Talkshow! Am Freitagabend war die rauschende Premiere von „Waschen, Schneiden, Talken“ mit Sebastian Böhm. Der besitzt in Magdeburg einen erfolgreichen Friseursalon namens Hairricane und ist der offizielle Starfriseur der Stadt. Er hat schon Andrea Berg, Kelly Osbourne, Allegra Curtis, Mirja du’Mont und Verena Kerth, sowie diversen anderen Stars und Sternchen ihren Look verpasst. Außerdem ist er der Mann hinter der ausgefallenen Bill Kaulitz Signature Haarmähne.

Zugegebenermaßen ist das mal wieder alles komplett an mir vorbeigegangen. Auf meinem Schirm erschien er erst, als er Anfang des Jahres die Drag Agency eröffnete. Eine Management Agentur ausschließlich für Drag Queens und Kings. Einige meiner liebsten Performer stehen auf seiner Liste, allen voran natürlich die Schönste von allen: Jurassica Parka. Die Fiese mit den langen Beinen! Ihre Late Night Show im BKA und ihre Kolumne in der Siegessäule mag ich sehr gern, immer böse, immer bissig, so soll es sein. Außerdem Margot Schlönzke: mit ihr stand ich sogar schon mal auf der Bühne! Allerdings nur, um meinen Preis beim Bingomania abzuholen, dem schwulen Bingoabend im Wilde Oscar. Zuletzt machte sie vor allem von sich reden, als sie gemeinsam mit Ryan Stecken das Brandenburger Tor für die Toten von Orlando zum leuchten brachte.

Ryn Stecken war mit „Augen auf“ von Sarah Connor übrigens eines meiner absoluten Highlights eines sowieso großartigen Abends! Eine wundervolle Coverversion, eine tolle Stimme! Ein richtiger Gänsehautmoment, wunderschön. Standing Ovations!

Und das war nur eines der Highlights an einem insgesamt perfekten Abend. Es war ein richtiges Feuerwerk von Make Up, Glitter, High Heels, sanfter Bosheit und viel, viel Gelächter. Sebastian Böhm kam als sehr sympathisch, sehr eloquent und trotz schrillen Looks als überraschend bodenständig rüber. Er war charmant, amüsant, hat sich aber trotzdem nicht gescheut, seinen Promigästen auch einige spitze Fragen zu stellen. Und auch diese Talkgäste haben mich sehr überrascht. Micaela Schäfer ist scheinbar nicht einfach bloß Nackt-Ische, sie war witzig, süß und für jeden Spaß zu haben. Dass sie ihre Nippeltattoos gezeigt hat, das gehörte eben einfach dazu. Und die wollte ja wohl auch das ganze Publikum unbedingt sehen, wenn man den Rufen und dem Applaus glauben darf.

Auch Model Dany Michalski und Tänzer/Choreograf Marvin A. Smith waren sehr sympathisch und interessant. Smith hat Sebastian und Margot zum Tanzen gebracht und wurde dann seinerseits von Stella deStroy zum Tanzen gebracht. Deren artistische und witzige Showeinlage war ein weiterer Programmhöhepunkt für mich. Dann noch Jade Pearl Bakers unglaublicher Auftritt mit „The Impossible Dream“ von Frank Sinatra. Ich weiß gar nicht, was schöner war, ihre perfekte Silhouette in ihrer grünen Robe oder ihre Stimme.

Insgesamt war das Programm abwechslungsreich und frisch. Viele der Dragqueens (Jurassica Parka, Margot Schlönzke, Ryan Stecken, Pan am Drag, Brigitte Reinhardt, Jacky Oh Weinhaus) der Agency waren da und haben eine Kostprobe ihres Könnens gegeben, dazu Musik und tolle Kostüme und viel Alkohol. Es fehlte an nichts. Eine rundherum bestens ausgewogene Show, die richtig Spaß gemacht hat. Ich freue mich schon auf den nächsten „Waschen, Schneiden, Talken“ Abend!

Den Spielplan des BKA-Theaters gibt es hier, bald geht es los mit dem Berlin Musical „Wildes Berlin“! Und, wer es noch nicht gesehen hat, schnell noch „Die wilden Weiber von Neukölln“ mit Ades Zabel schauen!!!