The Cast – Die Opernband – Opera to Show – Bar jeder Vernunft

Eigentlich bin ich ja immer bereit, etwas Neues zu entdecken und mir auch mal Abwegiges anzuschauen, aber meinen Geburtstag wollte ich auf jeden Fall in schöner und gemütlicher Umgebung feiern. Daher bin ich am Montagabend, mit meinen Geschenken bepackt, direkt aus der Bahn in die Bar jeder Vernunft gestolpert, um „The Cast – die Opernband“ erneut zu erleben. Ich habe die sechs schönen jungen Leute bereits im letzten Jahr gesehen, meinen Bericht könnt ihr hier nachlesen.

The Cast sind sechs hippe junge Leute und wenn sie, schnieke gekleidet, auf die Bühne treten, dann denkt man im ersten Moment sie würden jetzt in eingängigen Pop ausbrechen. Oder, in Carrieannes Fall, vielleicht in Punkrock, schließlich hat sie das Äußere dazu. Und stattdessen stimmen sie Opern an. Und statt Rockröhre klettert Carrieannes Stimme in den allerhöchsten Sopran. Man darf eben nicht auf den ersten Blick urteilen! Till Bleckwedel aus Bremen, Bryn Vertesi, Anne Byrne und Carrieanne Winter aus den USA, Campbell Vertesi aus Kanada und Guillermo Valdes aus Chile haben sich 2012 zusammengetan, weil sie die Liebe zur klassichen Musik teilen und vor allem eins wollen: ihre Liebe für die Musik und die Freude daran mit anderen zu teilen. Statt starren, ernsten Konzerthallen, streben sie ein freundschaftliches Verhältnis mit ihrem Publikum an, eine Art Wohnzimmer-Jam Session mit Freunden. Sie erzählen fröhlich und freundlich von ihren privaten und persönlichen Momenten die Musik betreffend. Es gibt kleine Informationen zu Komponisten oder zum Hintergrund der einzelnen Lieder.

Insgesamt entsteht so ein witziger, fröhlicher, einnehmender Musikabend, bei dem man sich wirklich freundschaftlich willkommen fühlt. Und die allerschönsten Operntitel werden meisterhaft vorgetragen, man bekommt eine Gänsehaut zu Nessun Dorma oder möchte mit Carmen weinen. Ein Muss für alle Opernfans und für alle, die es noch werden wollen. Klassische Musik im Clubkonzert-Style! Das habt ihr so noch nicht erlebt! Dazu die heimelige Plüschatmosphäre des Eventzelts Bar jeder Vernunft – ein perfekter Geburtstagsabend! Bis zum Sonntag könnt ihr The Cast noch in der Bar jeder Vernunft erleben und dann wieder im Dezember, als Super-Sonder-Weihnachtsspezial!! Infos und Karten bekommt ihr hier.

©Nicole Haarhoff

 

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Billy Budd – Benjamin Britten – Deutsche Oper Berlin

Düster dräuend erhebt sich das Kriegsschiff Indomitable über dem Handelsschiff Rights o’Man. Eine Entereinheit kehrt siegreich zurück und zerrt drei mehr oder weniger widerstrebende Männer an Bord. Einer, ein Kaufmann, protestiert besonders lautstark gegen die Zwangsrekrutierung, aber tun kann er nichts dagegen. Die Befehlshabenden an Bord sind nur wenig begeistert von ihrem Fang. Einzig Billy Budd (John Chest), ein hübscher junger Mann, der vormals auf der Rights o’Man als Seemann diente, gefällt den Obrigkeiten, er scheint seetüchtig und fähig. Außerdem ist er auch als einziger aus seiner kleinen Truppe dem Schiffswechsel nicht abgeneigt. Im Gegenteil, für ihn bedeutet das vor allem eine bessere Position an Bord. John Claggart (Gidon Saks), der brutale und allseits gefürchtete Waffenmeister, sieht Billy und entbrennt gegen seinen Willen sofort in Begehren zu ihm. Er versucht das ungewollte Gefühl im Keim zu ersticken und schickt einen schleimigen Möchtegern namens Squeak (Paul Kaufmann) aus, um den Neuling auszuspionieren und nach Möglichkeit gar zu diskreditieren.

Billy Budd lebt sich schnell auf dem Schiff ein, versteht sich gut mit seinen Kameraden, mag seine Arbeit. Er ist sich den drohenden Wolken, die sich über ihm zusammenziehen, bis ganz zum Schluss gar nicht bewusst. Die Intrigen, die Claggart hinter seinem Rücken spinnt, die Gefühle, die er für den schönen jungen Seemann hegt, das alles bemerkt dieser gar nicht. Er träumt stattdessen von einer Beförderung und bewundert still den prächtigen Kapitän Edward Fairfax Vere (Richard Croft), der ihm intelligent und gerecht erscheint.

Die Arbeit auf dem Schiff, der Krieg und die Kampfhandlungen, die auf die Schiffsbesatzung warten, alles ist düster und schwer. Auch das herannahende Drama um den fröhlich-naiven Billy, der wie ein Lamm zur Schlachtbank unwissend auf das Schiff kommt und alles in Gang setzt, legt einen Schleier von Traurigkeit über die Oper. Die Männer sind stark und stolz, grimmig und entschlossen. Einzig die Gesänge der Matrosen nach einem langen Arbeitstag an Bord ergeben ein wenig Heiteres.

Der Schiffsrumpf, die Kapitänskajüte, alles wird in der Deutschen Oper auf unnachahmliche grandiose Art und Weise auf die Bühne gebracht. Bewunderswert einfallsreich! (Bühne: Paul Steinberg) Die Arbeit der Männer auf dem Deck und in den Takelagen wird mit schweren Tauen dargestellt. Man glaubt tatsächlich, man könne die Wellen ans Schiff schlagen hören und die Gischt riechen! Gefällig ist die Oper allerdings nicht, nicht romantisch oder auch nur schön. Die Männer sind hart, die Situation aussichtslos, das Ende unausweichlich. Zwischen den kühlen und abrupten Offizieren ist der jugendlich-enthusiastische Billy Budd der einzige Lichtschein, ansonsten bestimmen Arbeit, Krieg und Peitsche den Alltag. Die Musik ist militärisch geprägt, seemännisch und nur manchmal erklingen süße Jungenstimmen.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schwer es für den musikalischen Leiter Moritz Gnann und das Orchester der Deutschen Oper Berlin ist, so reibungslos und perfekt von einem so heiteren Opernabend (Der Liebestrank) zu solch schwerer Kost zu wechseln. Schwieriges, aber sehr hörens- und sehenswertes Werk des britischen Komponisten Benjamin Britten, der Billy Budd nach dem letzten Roman von Melville erschuf. Während der Roman unvollendet blieb und viele Fragen aufwarf, machte Britten aus dem Stoff ein tragisches Liebesdreieck und ein schwules Drama der Begehrlichkeiten. In der Deutschen Oper bleibt dieser Teil der Geschichte teilweise verborgen und wird nicht speziell hervorgehoben.

©Nicole Haarhoff

 

 

 

Der Liebestrank – Gaetano Donizetti – Deutsche Oper Berlin

Was für ein Spaß!

Eine solch lockerleichte, lustige und wundervoll aufgeführte Oper habe ich lange nicht gesehen! Der Liebestrank ist wie ein leckerer Hugo in der Vorstellungspause: spritzig und süffig, geht ein bisschen in den Kopf und macht fröhlich.

In der italienischen Provinz stehen auf einem Marktplatz die Wohnwagen einer Theatertruppe im Kreis um eine kleine Bühne herum. Das fahrende Volk probt für die nächste Aufführung. Die Leiterin der Truppe plant etwas Neues, eine antike Oper im Stil von Tristan und Isolde soll es sein. Ganz große Gefühle auf der ganz kleinen Bühne. Adina selbst ist auch voller großer Gefühle. Die zauberhafte, charmante junge Dame (Aleksandra Kurzak) kokettiert und spielt gern. Sie ist schön und sie weiß das formvollendet einzusetzen. Heimlich angebetet wird Adina von Nemorino (Roberto Alagna), der nicht Schauspieler sondern Hausmeister ist. Der schüchterne, zurückhaltende und sanftmütige Nemorino hat seine Gefühle schon ein ums andere Mal erklärt, aber die stolze Adina hat ihn nicht erhört. Verzweifelt beobachtet der arme Nemorino, wie Adina stattdessen demonstrativ mit dem schneidigen Sergeanten Belcore (Thomas Lehman) anbändelt.

Für alle Beteiligten verändert sich alles, als der schmierige Quacksalber Dulcamara (Mikheil Kiria) mit seinem Wägelchen voller Tinkturen, geheimnisvollen Mittelchen und Pulvern im Lager auftaucht. Mit Hilfe seines Handlangers eröffnet er sofort eine aufsehenerregende Verkaufsshow und zieht die Aufmerksamkeit aller auf sich. Auch Nemorino kann sich dem glitzernden Pomp des Scharlatans nicht entziehen. Er wendet sich hilfesuchend an ihn. Einen Zaubertrank braucht er! Einen Liebestrank, um die schöne Adina endlich zu erobern! Dulcamaras Vorrat ist leider gerade zur Neige gegangen, aber das hindert den gewieften Verkäufern nicht, ein Geschäft zu tätigen: Er gibt Nemorino einfach schnöden Rotwein als Liebestrank. Durch diesen flüssigen Mut beseelt, erklärt Nemorino erneut seine Liebe, nur um wieder brutal abgewiesen zu werden. Adina hält Treue für einen Wahn und weist Nemorino hochmütig an, doch lieber jeden Tag die Liebhaber zu wechseln, das sei der einzige Weg, das Leben zu leben. Nemorino gibt sich, vom Alkohol den Rücken gestärkt, desinteressiert und reizt Adina damit bis zu völlig überstürzten Trotzreaktionen: Sie verspricht, den arroganten Belcore zu ehelichen – noch am selben Abend!

Eine wunderschöne, ungemein lustige und sympathische Oper, die einfach gute Laune macht. Man summt sich danach, mit der Liebe und dem Leben versöhnt, tänzelnd hinaus auf die Berliner Straßen. Die Besetzung des Liebespaars in spe mit den Eheleuten Kurzak und Alagna ist schlichtweg genial, die Luft zwischen den beiden vibriert und funkelt nur so. Sie verkörpert die freiheitsliebende, moderne und unabhängige Schönheit bis in die Fingerspitzen. Er ist genau auf die richtige Art und Weise charmant und dennoch arglos, naiv, aber sympathisch. Man wünscht ihm alles Liebesglück der Erde. Dulcamara ist nicht wirklich ein Bösewicht, sondern eher ein charismatischer Halunke, der mit seiner rechten Hand eine gelungene Show abliefert und dem man eigentlich nicht böse sein kann. Die Musik, unter der Leitung von Moritz Gnann, tanzt und hüpft durch die amüsante Geschichte. Ein großer Opernspaß! Sehr zu empfehlen für alle Opernneulinge, Romantikfans und Wagnergeplagten.

Am 27. Mai zum letzten Mal in dieser Spielzeit in der Deutschen Oper, Info und Karten hier.

© Nicole Haarhoff

 

SOFA – Sommerfestival im Admiralspalast Berlin – 14. Juli bis 20. August – Verlosung

Im Moment sieht es zwar nicht so aus, wenn man aus dem Fenster schaut, aber der Sommer kommt! Nicht mehr lange und dann werden wir wieder über die Hitze zwischen den Häuserschluchten von Berlin fluchen und nichts wird schöner sein, als den Abend auf der Wiese oder auf dem Balkon bei einem Bier und einem Grillwürstchen ausklingen zu lassen. Außer vielleicht den Abend in einem schön gekühlten Theater zu verbringen und in ganz neue Welten einzutauchen!

Und der Admiralspalast hat vorgesorgt. In diesem Jahr gibt es in den heiligen Hallen an der Friedrichstraße zum allerersten Mal das SOFA – Sommerfestival im Admiralspalast. Da ist für alle Geschmäcker etwas dabei! Bekannte und spektakuläre Shows wird es ebenso zu sehen geben wie Berlin-Uraufführungen.

Für zwei der Shows, die im Juli und im August im Admiralspalast zu bestaunen sein werden, habe ich für meine Blogleser eine kleine Verlosung in petto, ihr könnt jeweils 1×2 Karten für „Der Hauptmann von Köpenick“ am 19. Juli und für „Cats“ am 09. August gewinnen! Einfach meine nagelneue Facebookseite liken und eine nette Mail an berlineransichtssachen@web.de schreiben, schon seid ihr dabei!

Für das SOFA werden alle Räume und Säle des Admiralspalast bespielt und es gibt für Groß und Klein etwas zu entdecken! Den Anfang macht am 15. Juli ein Konzert der The Tiger Lillies, die eine wilde und ungewöhnliche Mischung von Cabaret, Vaudeville und Gypsy Opera zeigen, wie der Admiralspalast sie noch nicht gesehen hat! Ich bin schon sehr gespannt!

Vom 15. bis zum 26. Juli kommt dann Grimm ins Admiralspalast Studio, eine moderne und aufregende Version des altbekannten Märchens, die alles auf den Kopf stellt. In der Neuköllner Oper umjubelt, leider habe ich es dort verpasst und bin nun sehr froh, es doch noch sehen zu können!

Den Hauptmann von Köpenick habe ich im letzten Jahr Open Air am Originalschauplatz gesehen und war sehr begeistert. Vom 19. Juli bis zum 23. Juli kann man ihn in speziell für den Saal überarbeiteter Fassung im Großen Saal des Admiralspalast sehen.

Für die Allerkleinsten: Rotkäppchen und der Aufschneider. Mit viel Humor und noch mehr Musik wird die Geschichte um das kleine Mädchen und den großen Wolf neu erzählt. Schließlich braucht auch ein Jäger mal Urlaub! 21. bis 23. Juli.!

Am 28. und 29. beweist die irisch-französische Singer-Songwriterin Camille O’Sullivan ihr großes Erzähltalent. Ihre Interpretationen erzählerischer Lieder sind ganz großes Theater, ich bin schon sehr gespannt!

04. bis 06. August im Studio: Manual Cinema. Die Performance-Künstler machen Kino mit Schattenpuppen, Schauspielern, Musikern und diversen Leinwänden! Klingt speziell und sehr cool.

09. bis 19. August. Cats. Was soll ich da mehr sagen. Wer kennt nicht Cats, das wohl bekannteste und beliebteste Musical der Welt.

Vom 11. bis zum 20. August zeigen die Sandkünstler eine besondere Show, die extra für die kleinen Zuschauer zugeschnitten wurde: Märchen aus Sand! Absolut sehenswert, ich finde die Kunst, mit Sand innerhalb von wenigen Sekunden wahre Kunstwerke zu erschaffen, unheimlich beeindruckend.

Vom 11. bis zum 13. August sind die Brüder Grimm Festspiele aus Hanau zu Gast im Admiralspalast oder zumindest die Iszenierung Der Teufel mit den goldenen Haaren, der dort im Juni uraufgeführt wird.

Und, um beim Thema Märchen zu bleiben, gibt es am 18. August dann auch noch einen Märchen Poetry Slam. Märchen sind nicht nur etwas für Kinder, das beweisen an diesem Abend neben Autorin Kirsten Fuchs unter anderem auch die beiden Meister-Poetry Slammer: Karsten Lampe (Berlin-Brandenburg-Meisterschaft) und Micha Ebeling (dreifacher Poetry Slam Meister).

Weitere Informationen und Karten für das Sommerfestival im Admiralspalast findet man hier.

Um am Gewinnspiel teilzunehmen und Karten für Cats (09. August) oder Der Hauptmann von Köpenick (19. Juli) zu gewinnen, bitte diesem Blog folgen und meine wunderschöne neue Facebookseite liken. Dann nur noch eine kurze Mail an berlineransichtssachen@web.de und schon seid ihr dabei! Die Verlosung läuft bis zum 8. Juli und die Gewinner werden per Mail informiert!

 

African Angels – Cape Town Opera Chorus – Philharmonie Berlin

Was für ein grandioser Abend! Was für ein wunderschönes, herzerwärmendes, seelenstreichelndes Konzert in der Berliner Philharmonie! Ich hatte Gänsehaut. Ich hätte weinen können. Ich wollte aufstehen und tanzen! Es gibt einfach so Musikstücke, die gehen dem Hörer in Mark und Bein. Selbst wenn man gar kein ausgesprochener Opernfan ist. Man muss doch zugeben, es gibt  so ganz bestimmte Stücke, die geben einem unwillkürlicher dieses erhabene, sinnenfrohe Gefühl des Glücks, das einem nur schöne Musik gibt. Ob man unter schöner Musik nun etwas von Verdi oder etwas von Metallica versteht.

Ich bin jedenfalls ohne große Erwartungen und Vorkenntnisse in das Konzert des Cape Town Opera Chors gegangen, die zur Zeit auf großer „African Angels“ Tour durch Deutschland und die Schweiz sind. 2014 hatten sie in Europa bereits große Erfolge feiern können und nun sind sie mit einem brandneuen Konzertprogramm unterwegs. Die achtzehn Sängerinnen und Sänger brachten auf jeden Fall die Philharmonie zum Beben! Nicht nur sind sie mit engelsgleichen Stimmen gesegnet, sondern auch mit großen Persönlichkeiten. In diesem Chor verschwindet niemand im Hintergrund und das liegt nicht nur an den farbenprächtigen Roben der Damen und Hemden der Herren.

Die wundervoll ausgesuchten Stücke aus Oper, Gospel und traditionellen afrikanischen Liedern, werden nicht nur gesungen, sie werden jubiliert, sie werden gefeiert, sie werden gefühlt und getrauert. Die Künstler sind mit Herz und Seele dabei, tanzen und singen, das es eine richtige Freude ist. Der Abend ist vor allem das: eine reine Freude! Der Funke zwischen Bühne und Zuschauerraum springt sofort über, so viele lächelnde Gesichter findet man in Berlin sonst eher selten.

Ob bekannte Opern wie Don Pasquale, Carmen oder Tannhäuser oder mitreissende Spirituals wie Ol‘ Time Religion und das allseits bekannte und beliebte Oh Happy Days werden auf unverwechselbare Art und Weise zum Besten gegeben, dazu eine augenzwinkernde Performance, die einzelne Stimmen und Persönlichkeiten glänzen lässt! Und die traditionellen afrikanischen Lieder sind natürlich ganz besonders schön, ob nun Sikirileke oder Baba Yetu. Am Ende tanzte der ganze Saal! Große Empfehlung für diesen tollen, abwechslungreichen Musikabend. Wer die nächsten Termine nicht mehr schafft, sollte sich Cape Town Opera auf jeden Fall für die nächste Tournee merken! Diese Abend will man nicht verpassen!

Wer möchte, kann sich den Chor auf Youtube anhören oder ihnen auf Facebook folgen, um die nächste Tour nicht zu verpassen! Auf der Website von Veranstalter BB Promotion gibt es außerdem viele, viele weitere großartige Konzerte zu entdecken.

Cast: Jodie Khan, Babongile Manga, Pumza Mxinwa, Bukelwa Velem, Cecilia Rangwanasha, Abongile Fumba, Lungelwa Mdekazi, Nonkululeko Nkwinti, Danielle Speckman, Xolani Madalane, Simphiwe Mayeki, Mthunzi Mbombela, Mlungiseleli Nqadini, Andile Tshoni, Garth Delport, Thomas Mohlamme, Martin Mkhize, Lindile Kula Jr.

Musikdirektor & Piano: José Diaz, Chorleitung: Marvin Kernelle, Regie: Tara Notcutt

Roméo et Juliette – live aus der MET – Kino in der Kulturbrauerei

Ich bin ein großer Fan der Live Übertragungen aus der Metropolitan Opera, bzw. überhaupt die Übertragungen aus Theatern und Opernhäusern aus der ganzen Welt. Natürlich ist es nicht genau das gleiche Feeling, als würde man direkt im Publikum sitzen, aber dafür hat man einen unschlagbar guten, unverstellten Blick auf die Bühne und auf die Darsteller darauf. Nicht einmal aus der ersten Reihe ist man derart nah an der Mimik der Auftretenden. Außerdem interviewt die Moderatorin in den Pausen wichtige Personen und man bekommt unbezahlbare Einblicke hinter die Kulissen.

Am Wochenende habe ich auf diese Art und Weise „Roméo et Juliette“, die Oper von Charles Gounod, live aus der MET in der Kulturbrauerei gesehen und war absolut begeistert. Zunächst, auf den ersten Blick, war ich nicht ganz überzeugt von Diana Damrau als jugendliche Julia, aber die Sopranistin hat mich im Laufe der Oper vollkommen für sich eingenommen. Nicht nur hat sie eine grandiose Stimme, sie spielt auch ganz wunderbar und verwandelt sich vor unseren Augen in eine zunächst fröhlich-kokette, dann eine zärtlich-verliebte und schließlich in eine verzweifelt-liebende Julia. Die Chemie zwischen Demrau und ihrem Roméo (Vittorio Grigolo) funkelt nur so, die beiden sind bezaubernd miteinander.

Überhaupt wurde jede einzelne Rolle sehr gut besetzt, auch der temperamentvolle und wilde Mercutio (Elliot Madore) nimmt für sich ein, auch Virginie Verrez als Stéphano und Mikhail Petrenko als Frére Laurent sind einfach wunderbar, sowohl von ihren Stimmen als auch von ihrer Darstellung her.Verona wird vor den Augen des Publikums wie ein magisches opulentes Gemälde zum Leben erweckt. Die Bühnenausstattung mit den dunkel dräuenden Herrenhausfassaden ist der perfekte Hintergrund für die farbenprächtigen und opulenten Kostüme, die wie Regenbögen wogenden Krinolinen und die blass geschminkten Gesichter. Eine herzzerreißend schöne Oper zum Schwelgen und Träumen, selbst das unausweichlich bittere Ende ist voller Schönheit.

Ich kann euch die Live-Übertragungen nur ans Herz legen. Die Kinos bereiten sich auch für diese „speziellen“ Gäste vor, es gibt eine seperate Lounge mit einer kostenlosen Garderobe und einer einem Opernbesuch angepassten kleinen Speisekarte. Demnächst kann man live aus der MET „Rusalka“, „La Traviata“ und „Idomeneo“ genießen. Weitere Termine und Informationen findet man hier.

 

Mozarts Operngala – Große Orangerie – Schloss Charlottenburg – Residenz Konzerte

Eigentlich bin ich gar kein großer Klassikfan. Als mein Vater zu seinem 50. Geburtstag die ganze Familie nach Verona rief, um in der Arena di Verona seine liebsten Verdi Opern zu erleben, da dachte ich eher an Romeo & Julia und an ein schönes Wochenende im warmen Italien als an Musik. Das kommt ganz von allein, wenn du älter wirst, meinte mein Vater. Und anscheinend bin ich nun in diesem gewissen Alter. Ich gehe zwar immernoch nicht in die Philharmonie um das Klavierkonzert Soundso zu hören, aber bestimmte Opern oder Klassikveranstaltungen, gerade wenn sie in besonderer Umgebung stattfinden, ziehen mich doch an.

2-Rotunde-große-Orangerie-Berlin-1Und die Große Orangerie des Schloss Charlottenburg ist eindeutig eine besondere Location. Pittoresk von einem gepflegten Garten eingerahmt, wird man im Foyer von elegant gekleideten Damen in höfischem Barock empfangen. Der Zeremonienmeister lächelt huldvoll, der Sekt prickelt in den Gläsern. Es duftet wunderbar. Das liegt daran, das in einem Flügel das Dinner stattfindet, das man zum Konzert dazubuchen kann und das vom Marriott gecatert wird. Ich habe das an diesem Abend leider nicht in Anspruch genommen und habe es sehr bereut, denn das Menü klang wunderbar und ich konnte einen Blick in den wundervoll dekorierten und ausgeleuchteten Saal erhaschen. Sicher ein grandioses Erlebnis, das den Abend perfekt abrundet.

Dann beginnt das Konzert. Unter der Leitung des Konzertmeisters Vladi Corda betretenadventskonzert_auenkirche_tickets_2015 die in elegantem Schwarz gekleideten Musiker die Bühne und spielen die schönsten Stücke von Mozart. Von der Hochzeit des Figaro über Cosi fan Tutte zu Don Giovanni bis zur Zauberflöte. Die bekannten und unsterblichen Werke erklingen im Ostflügel der Orangerie, wundervoll von Kerzenlicht und sanftem rosa Licht erleuchtet. Durch die großen Flügeltüren sieht man in den Schlossgarten hinaus, während der Zeremonienmeister mit galanten Gesten durch den Abend geleitet. Die Gesangparts übernehmen Alena Karmanova und Denis Milo. Beide nehmen mit ihren fantastischen Stimmen, passenden Gewandungen und ihrer Chemie das Publikum für sich ein. Überhaupt scheint die gute Stimmung unter den Musikern und zwischen Orchester und Sängern zu funkeln und zu schimmern. Ein perfekter Abend in entzückendem Ambiente.

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Neben Mozarts Operngala kann man in der Orangerie zur Zeit auch argentinische Klänge genießen, mehr Informationen zu Tango Pasión gibt es hier. Wer Mozarts Operngala genießen möchte, bekommt hier mehr Informationen und Karten. Ich lege euch, obwohl ich es selbst nicht erlebt habe, auch das Dinner sehr ans Herz, ich stelle mir das als wunderbar runden Abend vor, wenn man vorher noch in dieser schönen Umgebung speisen kann. Das ist das Menü:

 

Vorspeise
Bunte Mini Salate
Ziegenkäsenougat, Oliven, Kirschtomaten

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Hauptgang
Gegrilltes Perlhuhn
Ratatouille, Gratinkartoffeln, Lavendeljus

Vegetarische Alternative
Gefüllter Portobello
Ratatouille, Gratinkartoffeln, Tomatenjus

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Dessert
Mousse au Chocolate
Krokant, Orangensauce, Minze